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Lehrpläne und Lernmaterialien für das Studium der Sozialen Arbeit aus postkolonialer Perspektive analysieren

Programmkomponente: ASA-Hochschule global
Projekt-Nr.: 1503
Seminargruppe: Online-Seminar Gruppe global 1
Dauer Projektphase: 6 Monate

Spezifikation Berufs-/Studienrichtung

Anthropologie, Bibliothekswissenschaft, Geschichte, Soziale Arbeit, Soziologie

Pflichtsprache(n)

Englisch

Land/Region

Ghana | Afrika

ASA-Hochschule global

ASA-Hochschule zielt darauf ab, gemeinsam mit deutschen Hochschulen und ihren Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft das Engagement für globale Nachhaltigkeit stärker in der Wissenschaft zu verankern. Es ermöglicht Studierenden im Rahmen ihrer ASA-Teilnahme wissenschaftliches Arbeiten und entwicklungspolitische Praxiserfahrungen zu verbinden. Im Format global bilden Teilnehmende aus einem afrikanischen, asiatischen, lateinamerikanischen oder südosteuropäischen Land und Teilnehmende aus Deutschland das Team und durchlaufen ihre Seminare als auch das sechsmonatige Projekt gemeinsam; drei Monate Online oder in Präsenz bei einer Partnerinstitution in Deutschland und anschließend ebenso lange Online oder in Präsenz in einem Land Afrikas, Asiens, Lateinamerikas oder Südosteuropas.

Projektbeschreibung

Interessieren Sie sich für internationale Soziale Arbeit? Dieses Projekt untersucht aus einer postkolonialen Perspektive das akademische Angebot zweier Hochschulen. Um an dem Projekt mitzuwirken, bringen Sie Kenntnisse aus einem höheren Bachelorsemester oder einem Master aus den Bereichen Soziale Arbeit, Soziologie, Anthropologie oder einem verwandten Fach mit. Da das Projekt abhängig von der weiteren Pandemie-Entwicklung möglicherweise rein digital umgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, mit gängigen Anwendungen für regelmäßige Videokonferenzen umzugehen.

Die deutsche Partnerinstitution ist die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS). Das Projekt ist im Masterstudiengang “International Social Work with Refugees and Migrants” der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften angesiedelt. Die englischsprachige, anwendungsbezogene, akademische Ausbildung bereitet die Studierenden auf die Arbeit mit Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung im nationalen und internationalen Kontext vor.

Die Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST) in Kumasi, Ghana, hat ein breites akademisches Ausbildungsangebot. Mit 40.000 Studierenden ist die KNUST die zweitgrößte Universität Ghanas. Das Projekt ist am Department für Soziologie und Soziale Arbeit angesiedelt, welche zwei Bachelor- und Masterstudiengänge sowie ein soziologisches Promotionsprogramm anbietet.

Die dritte Partnerinstitution ist das Department of Social Welfare and Development. Dieses ist eine staatliche Einrichtung, die an verschiedenen Standorten in Ghana tätig ist und dem ghanaischen Ministry of Gender, Children and Social Protection (MoGCSP) untersteht. Das Department nimmt eine führende Rolle in der Durchführung sozialer Programme ein, welche die Verbesserung der sozio-ökonomischen Situation benachteiligter Bevölkerungsgruppen zum Ziel haben. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Programmförderung in den Bereichen Kinder- und Familienwohlfahrt, Justizverwaltung, öffentliche Verwaltung, Programmentwicklung, Normen, Forschung, Monitoring und Evaluierung.

Die zwei Hochschulen und das Department kooperieren mit dem Ziel, das Studienangebot der Sozialen Arbeit an der KNUST sowie den genannten Masterstudiengang der FHWS aus postkolonialer Perspektive zu analysieren und Verbesserungsempfehlungen auszustellen. Die formale Soziale Arbeit wurde im Rahmen der Kolonialisierung in Ghana etabliert. Bis heute stammen die meisten Lehrmaterialien aus der sogenannten westlichen Welt. Eine der Aufgaben der Projektbeteiligten wird daher sein, zu untersuchen, welche Literatur den Studierenden zugänglich ist und wie sie diese nutzen.

An der FHWS in Deutschland unterstützen Sie die Weiterentwicklung des Lehrplans des dortigen Masterstudiengangs und geben Impulse zur Neuausrichtung des Vertiefungsbereichs „Soziale Arbeit in der Globalen Gesellschaft“. Dazu befassen Sie sich mit zentralen postkolonialen Theorien und theoretischen Ansätzen in der internationalen Sozialen Arbeit. Zudem eignen Sie sich Wissen über die Geschichte der Sozialen Arbeit in Ghana und Kenntnisse in der Durchführung qualitativer Forschung an bzw. erweitern diese.

In der zweiten Projektphase bei der ghanaischen Partnerhochschule analysieren Sie den sozialwissenschaftlichen Bestand der universitären Bibliothek und erforschen, wie Studierende die verfügbare Literatur nutzen.

Die Ergebnisse des Projektes werden der FHWS und KNUST in Form eines Überblickdokumentes übergeben, das den Forschungsprozess erläutert, die wichtigsten Ergebnisse dokumentiert und Empfehlungen enthält, die mit den relevanten Fakultäten der FHWS und KNUST besprochen werden. Die FHWS wird den Teilnehmenden, soweit das im zeitlichen Rahmen des Projektes möglich ist, die Möglichkeit geben, Projektergebnisse im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen und Fachtagungen wie der International Week und Menschenrechtswoche der FHW oder der DGSA-Jahrestagung vorzustellen.

Für den Fall, dass pandemiebedingt eine digitale Umsetzung des Projekts notwendig sein wird, finden keine Ausreisen der Teilnehmenden aus Ghana und Deutschland statt. Stattdessen arbeiten ASA-Teilnehmende aus Ghana zu den in der zweiten Projektphase genannten Aufgaben, während sich die ASA-Teilnehmenden aus Deutschland mit den Aufgaben der ersten Projektphase beschäftigen. Die beiden Tandems aus Ghana und aus Deutschland stehen regelmäßig im Kontakt und tauschen sich in Online-Meetings zu ihren Forschungen aus.

Die erste Projektphase in Würzburg findet im Zeitraum zwischen April und Juni 2021 statt; die daran anschließende zweite Projektphase – in Absprache mit den Partnerinstitutionen – zwischen Juli und Dezember 2021. Drei ASA-Seminare finden parallel zur Projektphase in Deutschland online im April und Juni 2021 statt, ein weiteres vor Ort in Deutschland im Frühjahr 2022.

Voraussetzung für die Teilnahme am ASA-Programm ist die aktive Beteiligung an den Seminaren und an beiden Projektphasen in Deutschland und im Partnerland. Es handelt sich dabei um zwei dreimonatige Projektphasen in Vollzeit.

In Zusammenarbeit mit

Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS), Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST), Department of Social Welfare (Ministry of Gender, Children and Social Protection). - Die Zusammenarbeit findet digital oder im Präsenzmodus statt.