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Die Kommunikation im Gesundheitswesen stärken: Früherkennung einer parasitären Infektionskrankheit verbessern

Programmkomponente: ASA-Hochschule basis
Projekt-Nr.: 1417
Seminargruppe: Online-Seminar Gruppe basis
Dauer Projektphase: 6 Monate

Spezifikation Berufs-/Studienrichtung

Geografie, Medizin, Public Health, Sozialforschung

Pflichtsprache(n)

Englisch

Land/Region

Nepal | Asien

ASA-Hochschule basis

ASA-Hochschule zielt darauf ab, gemeinsam mit Hochschulen und ihren Partner aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft das Engagement für globale Nachhaltigkeit stärker in der Wissenschaft zu verankern. Es ermöglicht Studierenden im Rahmen ihrer ASA-Teilnahme, internationale Forschungsprojekte mitzugestalten, die Grundlagenforschung im Bereich Nachhaltigkeit mit praxisorientierten Vorhaben verbinden. Anschließend bringen sie ihre Erfahrungen wieder zurück an die eigene Hochschule, z.B. in Präsentationen oder Abschlussarbeiten. Im Format basis dauert das Projekt sechs Monate – es findet zunächst in Deutschland, dann bei einer Partnerinstitution in einem Land Afrikas, Asiens, Lateinamerikas oder Südosteuropas statt.

Projektbeschreibung

Sie interessieren sich für öffentliche Gesundheitsvorsorge und haben Erfahrung im Umgang mit quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden? Durch dieses Projekt wird die Verbesserung der Früherkennung der Infektionserkrankung Leishmaniose angestrebt. Um an diesem Vorhaben mitwirken zu können, sollten Sie fundierte Kenntnisse in Medizin oder Public Health mitbringen, zum Beispiel durch Ihr Studium. Auch Sozialwissenschaften, Geografie oder verwandte Fächer sind relevant.

Das Zentrum für Medizin und Gesellschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und das Institut für Mikrobiologie der Tribhuvan University in Kathmandu, Nepal, kooperieren seit 2005. Mit dem Projekt haben sie maßgeblich zur fast vollständigen Ausrottung der Krankheit Leishmaniose in Nepal, Bangladesch und Indien beigetragen. Das aktuelle Teilprojekt soll nun Schwachstellen in der Kommunikation zwischen medizinischen Zentren, der Bevölkerung und dem Gesundheitsministerium analysieren, um eine wesentlich bessere Früherkennung von infizierten Personen zu erreichen. Außerdem arbeiten die Partnerinstitutionen zu Anpassungsstrategien an den Klimawandel, da dieser zu einer starken Verbreitung der krankheitsübertragenden Sandmücken führt.

An der Universität Freiburg machen Sie sich mit quantitativen Methoden der Gesundheitserhebung und qualitativen sozialwissenschaftlichen Forschungstechniken vertraut. Sie werden sich vor allem mit Tiefeninterviews, Beobachtungstechniken und Gruppendiskussionen befassen. Die wissenschaftlich Mitarbeitenden vor Ort begleiten Sie in Ihrer Arbeit. Anschließend planen Sie eine Studie für die zweite Projektphase. In digitaler Form lernen Sie die Projektbeteiligten in Nepal kennen und tauschen sich bereits über die Aktivitäten aus.

In Kathmandu wirken Sie im Tandem an einem der folgenden Aufgabenprofile mit: Entweder sind Sie im Bezirksamt tätig, wo Sie die dokumentierten Fälle der Krankheit analysieren. Hier werten Sie unter anderem aus, wie die Behandlung stattfand und wann die Diagnose ans Ministerium gemeldet wurde. Weiterhin sind Sie in Krankenhäusern und Gesundheitszentren vor Ort aktiv, wo Sie den Umgang mit Erkrankten beobachten und festhalten. Alternativ besuchen Sie im zweiten Aufgabenfeld zusammen mit einem Mitarbeitenden verschiedene lokale Gemeinschaften. In diesen werden Sie Freiwillige dazu ausbilden, klebrige Fallen für die Sandfliegen über Nacht in Innenräumen aufzustellen. Diese werden am folgenden Tag wieder eingesammelt und für Untersuchungszwecke in Alkohol präserviert. Hierdurch soll in Erfahrung gebracht werden, ob die Fliegen parasitär kontaminiert sind und damit Leishmaniose übertragen.

Sollte eine Ausreise nach Kathmandu nicht möglich sein, gibt es die Möglichkeit, die zweite Projektphase digital durchzuführen. Für den ersten Aufgabenbereich im Bezirksamt werden Sie hierfür das Protokoll für die Untersuchung und den ausgearbeiteten Fragebogen an die zuständigen Mitarbeitenden in Kathmandu senden. Diese werden sie nach Ihren Anweisungen durchführen. Anschließend werten Sie die Ergebnisse gemeinsam aus. Im zweiten Aufgabenbereich werden Sie mit der Erstellung einer systematischen Literaturauswertung zum aktuellen Forschungsstand bezüglich der Effektivität der klebrigen Fliegenfallen betraut. Schwerpunkt ist hierbei die spezifische Anwendung der Methode im primären Gesundheitssektor. Hierdurch unterstützen Sie die Partnerinstitution vor Ort bei der Durchführung der Feldstudie in den lokalen Gemeinschaften. Die Zusammenarbeit wird durch die digitale Kommunikation zwischen den beiden Institutionen unterstützt.

Die Projektphase in Deutschland findet von April bis Juni 2021 statt; im Partnerland zwischen Juli und September 2021. Ggf. verkürzt sich die Projektphase im Partnerland zugunsten einer Nachbereitung in Deutschland. Es finden drei mehrtägige ASA-Seminare im April, Mai und Juni 2021 digital statt sowie ein weiteres voraussichtlich vor Ort im Frühjahr 2022.

Voraussetzung für die Teilnahme am ASA-Programm ist die aktive Beteiligung an den Seminaren und an beiden Projektphasen in Deutschland und im Partnerland. Es handelt sich dabei um zwei dreimonatige Vollzeitprojekte. Die Projektphase in Deutschland findet in Freiburg statt.

In Zusammenarbeit mit

Universität Freiburg - Zentrum für Medizin und Gesellschaft, Tribhuvan University Katmandu. - Die Zusammenarbeit findet digital oder im Präsenzmodus statt.