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Partizipative Nachhaltigkeit: Ökologische Transformation durch kreative Workshops fördern

Programmkomponente: ASA-Hochschule global
Projekt-Nr.: 1211
Seminargruppe: Seminargruppe 2
Dauer Projektphase: 6 Monate

Spezifikation Berufs-/Studienrichtung

Kulturanthropologie, Theologie, Landschaftsökologie, Humanökologie, Ethik, Religionslehre, Umwelttechnik

Pflichtsprache(n)

Spanisch, Englisch

Land/Region

Peru | Lateinamerika und Karibik

ASA-Hochschule global

ASA-Hochschule zielt darauf ab, gemeinsam mit Hochschulen und ihren Partner aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft das Engagement für globale Nachhaltigkeit stärker in der Wissenschaft zu verankern. Es ermöglicht Studierenden im Rahmen ihrer ASA-Teilnahme, internationale Forschungsprojekte mitzugestalten, die Grundlagenforschung im Bereich Nachhaltigkeit mit praxisorientierten Vorhaben verbinden. Anschließend bringen sie ihre Erfahrungen wieder zurück in Lehre und Forschung der eigenen Hochschule, z.B. in Präsentationen oder Abschlussarbeiten. Im Format global bilden Teilnehmende aus einem afrikanischen, asiatischen, lateinamerikanischen oder südosteuropäischen Land und Teilnehmende aus Deutschland das Team und durchlaufen den Großteil ihrer Seminare als auch das sechsmonatige Projekt gemeinsam.

Projektbeschreibung

Sie interessieren sich für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft? Die Folgen des Klimawandels und Naturschutz sind Themen, die Ihnen am Herzen liegen? Dieses Projekt fördert die ökologisch nachhaltige Beziehung von Mensch zur Mitwelt durch Bildungs- und Informationsangebote. Hierfür bringen Sie idealerweise akademische Kenntnisse aus relevanten Studienfächern wie Kulturanthropologie, Theologie oder Landschaftsökologie mit. Eine kreative und ideenreiche Denkweise ist ein Plus.

Die Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) der Westfälischen Wilhelm-Universität in Münster überträgt universitäres Wissen in die Gesellschaft und Wirtschaft. Der Aufbau von Kooperationen und Netzwerken im Bereich des Wissenstransfers ist dementsprechend eine ihrer Hauptaufgaben. Hierfür veranstaltet sie unter anderem Workshops, wofür die AFO das kreative Instrument „Ideen-Mining“ entwickelt hat: Durch abgestimmte Techniken zur Ideenfindung bearbeiten die Teilnehmenden eine gesellschaftliche Problemstellung.

Das Institut für Theologische Zoologie (ITZ) erarbeitet im interdisziplinären und interreligiösen Dialog ein analoges Projekt zur theologischen Anthropologie. Die Institution reflektiert die Grundlagen der Mensch-Tier-Interaktion und setzt sich für die Praxis einer schöpfungsbasierten Theologie ein. Dabei wird besonders die theologische Würdigung der Tiere in den Blick genommen und das anthropozentrische Selbstverständnis des (christlichen) Menschen hinterfragt.

Die Universidad Nacional de la Amazonía Peruana (UNAP) ist eine akademische Einrichtung in Iquitos im Nordosten Perus. Durch ihr Angebot unterstützt sie Studierende, sich auf kreative Weise für nachhaltige Entwicklung einzusetzen. Aufgrund ihrer geografischen Verortung im Einzugsgebiet des Amazonas steht das Zentrum für Anthropologie der UNAP in direktem Austausch mit der indigenen Bevölkerung der Region, fördert den kulturellen Austausch und sorgt sich um die Bewahrung indigener Kulturen.

Seit 2018 bieten die AFO und das ITZ Bioinspirationsseminare für Studierende aller Fachrichtungen an. Bei diesen Veranstaltungen erleben die Lernenden Natur und Tier als allgemeine Inspirationsquelle für ihre jeweilige Studienrichtung. Zentral ist hierbei der direkte Kontakt in Erfahrungsräumen wie Zoos oder Parks. Durch das bewusste Wahrnehmen der Natur soll ein reflektierter Umgang mit ihr und ein nachhaltiger Lebensstil gefördert werden. Die deutschen Partnerinstitutionen möchten nun gemeinsam mit der UNAP ihr Konzept in Peru umsetzen. Ziel ist es, den Dialog zwischen Gesellschaft und Wissenschaft zu fördern. Hierfür soll unter anderem auch die Gründung eines peruanischen „Citizen-Science-Office“ nach bereits existierendem deutschem Modell initiiert werden. An diesem öffentlichen Ort des Austauschs können sich Menschen aus Iquitos auch ohne wissenschaftlichen Hintergrund in lokale Forschungsprozesse einbringen. Beispielsweise kann die lokale Bevölkerung in Workshops und mit der kombinierten Methode des bioinspirativen Ideen-Minings globale Zusammenhänge in Bezug auf die Klimaveränderung untersuchen und kreative Lösungsansätze für die Amazonasregion vorschlagen.

Während der Projektphase in Münster nehmen Sie zunächst selbst an Bioinformationsseminaren teil, bei denen Sie Lösungsansätze für die ökologischen und kulturellen Auswirkungen deutschen Konsumverhaltens auf das peruanische Amazonasgebiet entwickeln. Hier lernen Sie, mit kreativen Instrumenten wie eben dem bioinspirierten Ideen-Mining selbst Bildungsangebote zu moderieren. Des Weiteren hospitieren Sie in der Gemeinde, wo Sie von Lehrenden des christlichen Glaubens eine theoretische und praktische Einführung in diesen und in die schöpfungsnahe Theologie erhalten. Außerdem sind Sie im deutschen „Citizen-Science-Office“ involviert und hospitieren in Forschungstransferstellen der Partnerinstitutionen. Mit dem gesammelten Wissen und erweiterten Kompetenzen aus Ihren bisherigen Aufgaben konzipieren Sie Workshops und Präsentationen für die Universität und Zivilbevölkerung in Peru.

In der Projektphase in Iquitos erweitern Sie Ihre erarbeiteten Lösungsansätze zum deutschen Konsumverhalten um indigene Perspektiven. Dann führen Sie hierzu mit dem bereits in Deutschland konzipierten Material öffentliche Ideen-Mining-Workshops durch. Im nächsten Schritt besprechen und entwickeln Sie unter anderem mit der UNAP die Möglichkeit, ein „Citizen-Science-Office“ in der Stadt aufzubauen. Eventuell unterstützen Sie auch die Ausarbeitung eines erstens Planungsmodells für solch eine Einrichtung. Abschließend stellen Sie Ihre Aktivitäten und Ergebnisse aus den beiden Projektphasen in Form von Präsentationen Studierenden der Hochschule vor.

Die Projektphase in Deutschland findet von April bis Juni 2020 statt, im Partnerland – in Absprache mit der Partnerinstitution – zwischen Juli 2020 und Januar 2021. Die Partnerinstitution empfiehlt allerdings die Durchführung der Projektphase zwischen Anfang Juli und Ende September 2020. Zwei ASA-Seminare finden parallel zur Projektphase in Deutschland im April und Juni 2020 statt, ein weiteres im Frühjahr 2021.

Voraussetzung für die Teilnahme am ASA-Programm ist die aktive Beteiligung an den Seminaren und an beiden Projektphasen in Deutschland und im Partnerland. Es handelt sich dabei um zwei dreimonatige Projektphasen in Vollzeit. Die Projektphase in Deutschland findet in Münster statt. 

In Zusammenarbeit mit

Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster; Institut für Theologische Zoologie (ITZ, Aninstitut der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster); Universidad Nacional de la Amazonía Peruana (UNAP)