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Gärtnern als Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz: An einem Projekt zur nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion im urbanen Raum mitwirken

Programmkomponente: ASA basis
Projekt-Nr.: 1107
Seminargruppe: Online-Seminar Gruppe basis
Dauer Projektphase: 3 Monate

Berufsrichtung

Soziales, Lehre und Erziehung; Naturwissenschaften und Umweltschutz; Land-, Forst-, Tierwirtschaft, Gartenbau
Für Auszubildende oder Menschen mit abgeschlossener Lehre besonders geeignet.

Spezifikation Berufs-/Studienrichtung

Agronomie, Umweltingenieurwesen, Ökologie, Politikwissenschaft, Nachhaltigkeit, Umweltwissenschaften, Umweltschutz, Soziale Arbeit, Pädagogik, Naturressourcenmanagement, Soziologie, Landschaftsökologie

Pflichtsprache(n)

Spanisch

Land/Region

Bolivien | Lateinamerika und Karibik

ASA basis

Bei ASA basis sind die Teilnehmenden in der Regel in Zweier-Teams drei Monate in einem Projekt bei staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen der internationalen Zusammenarbeit und der Zivilgesellschaft in einem Land Afrikas, Asiens, Lateinamerikas oder Südosteuropas tätig. Die Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen, Basis-Initiativen und Durchführungsorganisation staatlicher Entwicklungszusammenarbeit bilden ein weites Spektrum von Strategien für eine global nachhaltige Entwicklung ab.

Projektbeschreibung

Interessieren Sie sich für urbanes Gärtnern als Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Ernährungssouveränität? Bringen Sie einen landwirtschaftlichen, umwelt-, ingenieur- oder sozialwissenschaftlichen Hintergrund oder auch Fachkompetenz in Pädagogik oder Sozialer Arbeit mit? Dann können Sie sich mit Ihren Ideen und Kenntnissen sinnvoll in dieses Projekt zur nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion im städtischen Raum einbringen. Idealerweise sind Sie mit dem Management von Naturressourcen sowie mit den Themen Nachhaltigkeit, Klimawandel und Umweltschutz vertraut. Sie sollten sich in der Datenanalyse und im Erstellen von Projektsimulationen auskennen. Wünschenswert sind zudem Kenntnisse im Projektmanagement und in der Entwicklung von Kursen und Workshops. Sehr gute Spanischkenntnisse und Kritikfähigkeit runden Ihr Profil ab. Da das Projekt abhängig von der weiteren Pandemie-Entwicklung möglicherweise rein digital umgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, Videokonferenzen und Onlineworkshops mit gängigen Anwendungen durchzuführen sowie Ihre Tätigkeiten mit interaktiven digitalen Werkzeugen zu erledigen.

Das Bolivianische Kinderhilfswerk (Fundación BKHW) ist seit 2016 an seinem Hauptsitz in der Stadt Sucre sowie in La Paz und an weiteren Standorten im Land aktiv. Die Partnerinstitution ist der lokale Arm des bolivianischen Kinderhilfswerkes, eines in Deutschland gegründeten gemeinnützigen Vereins, der sich seit mehr als 30 Jahren für Kinder und Jugendliche einsetzt. Hauptziel der Stiftung ist es, Heranwachsende und ihre Familien dabei zu begleiten, sich in Freiheit zu entfalten und in die Gesellschaft einzugliedern, um so das eigene Leben und gesellschaftliche Entwicklungen proaktiv und eigenverantwortlich mitzugestalten. Ein wichtiger Pfeiler ihrer Arbeit ist der Freiwilligendienst, der durch den wechselseitigen Austausch von Perspektiven und Kenntnissen zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung beitragen kann. Weitere Schwerpunkte sind das Programm „La Vida sigue“ (dt. „Das Leben geht weiter“), das Jugendliche beim Verlassen von Betreuungseinrichtungen dabei unterstützt, ein eigenständiges Leben aufzubauen, und das Programm „Padrinazgo“ (dt. „Patenschaften“), das durch finanzielle Unterstützung den Schulbesuch und eine gesunde Ernährung von Kinder aus einem sozioökonomisch schwachen Kontext sichern möchte.

Seit 2006 engagiert sich die Fundación Comunidad y Axión in El Alto, der Schwesterstadt von La Paz in Bolivien, hauptsächlich für Frauen sowie für Jugendliche und Kinder. Sie gibt Anstoß zu Gestaltungsprozessen auf Gemeindeebene, die eine individuelle, gesellschaftliche und ökologische Weiterentwicklung begünstigen. Die Nichtregierungsorganisation arbeitet hauptsächlich zu drei Themen: Mit dem Projekt zu urbanen Familiengärten fördert sie den ökologischen Gemüseanbau für den Eigenverbrauch. Bei den Umweltbildungsprozessen stehen Aktionen junger Menschen und Frauen für eine nachhaltige Gesellschaft im Mittelpunkt. Zuletzt schafft der Bereich der partizipativen Untersuchung Räume zum Meinungsaustausch und bezieht die Bevölkerung auf diese Weise in die Gestaltung ihrer Umwelt ein.

Sie sind in das Projekt der urbanen Familiengärten eingebunden und mit drei Aufgaben betraut. Diese können sowohl vor Ort in El Alto und der nahegelegenen Kleinstadt Achocalla als auch digital ausgeführt werden. Zunächst recherchieren Sie, mit welchen gängigen Mikrotechnologien die nachhaltige Produktion von Gemüse beispielsweise in Gewächshäusern verbessert werden kann, und entwickeln daraus konkrete Vorschläge. Zweitens erstellen Sie in enger Abstimmung mit der Projektorganisation digitale didaktische Ressourcen, die zur Aus- und Weiterbildung der beteiligten Familien in den Bereichen Gartenbau, Baum- und Blumenbepflanzung eingesetzt werden können. Drittens führen Sie eine Studie zum nachhaltigen Gemüseanbau durch. Die Studie soll aufzeigen, inwiefern der urbane Gartenanbau den Klimawandel abschwächen, Naturverbundenheit fördern und die Ernährungssouveränität der Familien gewährleisten kann. Außerdem sollen Schwachstellen, Herausforderungen und Erfolge in der Arbeit der Fundación Comunidad y Axión festgehalten werden. Nachdem Sie ein Forschungsdesign entwickelt und abgestimmt haben, erheben Sie mithilfe von Interviews und Fragebögen qualitative und quantitative Daten, die Sie anschließend gemeinsam mit dem Projektteam auswerten. Ihre Ergebnisse stellen Sie vor und halten Sie in einem Abschlussdokument fest.

Es finden drei mehrtägige ASA-Seminare im April und Juni 2021 digital statt sowie ein weiteres voraussichtlich vor Ort im Frühjahr 2022. Die Projektphase erfolgt – in Absprache mit der Partnerinstitution – zwischen Juli 2021 und Dezember 2021. Die Partnerinstitution empfiehlt allerdings die Durchführung der Projektphase zwischen Ende Juli 2021 und Ende Dezember 2021.

Voraussetzung für die Teilnahme am ASA-Programm ist die aktive Beteiligung an den Seminaren und der Projektphase im Partnerland. Sollte das Projekt digital durchgeführt werden, so findet es ebenfalls in Vollzeit statt. Online-Präsenzzeiten können entsprechend der Zeitverschiebung zum Partnerland von den in Deutschland üblichen Werkzeiten abweichen.

In Zusammenarbeit mit

Bolivianisches Kinderhilfswerk (Fundación BKHW), Fundación Comunidad y Axión. - Die Zusammenarbeit findet digital oder im Präsenzmodus statt.