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Durchführung einer Studie zur Bewertung und Verbreitung von kleinbäuerlichen Praktiken zur Anpassung an den Klimawandel

Wirkungsfeld/Programmformat: ASA-Hochschulkooperation global
Nr.: 0810
Seminargruppe: Seminargruppe 2
Dauer Projektpraktikum: 6 Monate

Studienrichtung

Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften und Mathematik, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften, Agrar- und Forstwissenschaften

Spezifikation Berufs-/Studienrichtung

Landwirtschaft; Geografie; Management natürlicher Ressourcen; Wirtschaft; Metrologie; Regionalstudien; Ökologie

Pflichtsprache(n)

Englisch

Sonstige Sprache(n)

Indonesisch

Land/Region

Indonesien | Ost- und Südostasien

ASA-Hochschulkooperation global

Das Ziel der ASA-Hochschulkooperation ist es, gemeinsam mit Hochschulen und ihre Partner aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft das Engagement für globale Nachhaltigkeit stärker in der Wissenschaft zu verankern. Es ermöglicht Studierenden im Rahmen ihrer ASA-Teilnahme, internationale Forschungsprojekte mitzugestalten, die Grundlagenforschung im Bereich Nachhaltigkeit mit praxisorientierten Vorhaben verbinden. Anschließend bringen sie ihre Erfahrungen wieder zurück in Lehre und Forschung der eigenen Hochschule, z.B. in Präsentationen oder Abschlussarbeiten. Im Format global bilden Teilnehmende aus einem afrikanischen, asiatischen, lateinamerikanischen oder südosteuropäischen Land und Teilnehmende aus Deutschland das Team und durchlaufen den Großteil ihrer Seminare als auch das sechsmonatige Projektpraktikum gemeinsam.

Projektbeschreibung

Beschäftigen Sie sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft? Möchten Sie gemeinsam mit Kleinbäuer_innen daran arbeiten, ihre Anbaumethoden an die veränderten Klimabedingungen anzupassen? In diesem Projektpraktikum untersuchen Sie im internationalen Team landwirtschaftliche Bedingungen im Kontext des Klimawandels. Mit lokalen Expert_innen bewerten Sie Anpassungsstrategien, entwickeln diese weiter und unterstützen deren Verbreitung. Ihr Studium sollte sich im Bereich der Landwirtschaft oder Ökologie, Geographie oder Wirtschaft oder im Management natürlicher Ressourcen ansiedeln. Wenn Sie mit Zeitreihenanalysen vertraut sind, eine Leidenschaft für Nachhaltigkeit und agrarökologische Praktiken haben oder in der Erwachsenenbildung tätig sind, sind Sie bei diesem Projekt richtig.

 

Das Seminar für Ländliche Entwicklung (SLE) ist Teil der Humboldt-Universität zu Berlin. Das Zentrum betreibt Forschung mit Fokus auf nachhaltige Entwicklung ländlicher Gebiete und bietet Beratung für internationale Organisationen sowie methodische und inhaltliche Trainings für Expert_innen aus der ganzen Welt an.

 

Seit 2016 kooperiert das SLE mit dem Ausbildungszentrum Pusbinlat Motivator Kondoran – Gereja Toraja (GT) und dem Verband der Landwirt_innen für integrierte Schädlingsbekämpfung Ikatan Petani Pengendalian Hama Terpadu Indonesia (IPPHTI) in Indonesien. Das GT wurde 1983 von einer kirchlichen Frauengruppe gegründet und konzentriert seine Arbeit auf lokale Wirtschaft und Umweltschutz auf der Insel Sulawesi. In Südsulawesi führt es Projekte für nachhaltige Entwicklung mit Gemeinden durch. Der Verband IPPHTI setzt sich für Schadensbegrenzung und Anpassungen in Bezug auf den Klimawandel ein und schult Landwirt_innen in Feldschulen. Er ist landesweit organisiert und hat rund zwei Millionen Mitglieder. Im Rahmen dieses Projektpraktikums arbeiten Sie mit den Verbandsstrukturen mit Sitz in West Java zusammen.

 

Durch die Folgen des Klimawandels sind die landwirtschaftlichen Erträge von Landwirt_innen, insbesondere kleinerer Betriebe, bedroht. In Indonesien sind dabei Gemüse, Reis, Kaffee und Kakao gleichermaßen betroffen. Neu aufkommende Krankheiten und Schädlinge zerstören Ernten. Starkregenfälle und Überflutungen gefährden den Anbau. Im Projektpraktikum werden Sie ein Team aus zwei deutschen und zwei indonesischen Studierenden bilden, um mit den Partnerorganisationen Anpassungsstrategien im kleinbäuerlichen Kontext zu identifizieren und weiterzuentwickeln. Geeignete Praktiken im Anbau von Kaffee, Kakao, Chili und Nassreis sollen dann weiterverbreitet werden.

 

Im internationalen Vierer-Team erstellen Sie in der Projektphase in Deutschland das Forschungsdesign für Ihre Untersuchungen zu den Folgen des Klimawandels für Kleinbäuer_innen. Dafür recherchieren Sie Anbaumethoden in Zeiten des Klimawandels und analysieren historische Wetterdaten Sulawesis und West Javas. Hierfür sollten Sie sich mit Excel und der Zeitreihenanalyse auskennen. Sie werden sich mit Klimawandelmodellierungsexperten austauschen, um die Möglichkeit für regionale Projektionen mit Wirkung auf die Landwirtschaft zu prüfen.

 

In Indonesien führen Sie Interviews mit Landwirt_innen kleinerer Betriebe über ihre Wahrnehmung der Auswirkungen des Klimawandels durch. Sie erstellen gemeinsam eine Prognose zur Entwicklung der Auswirkungen in den nächsten Jahren und erarbeiten Empfehlungen für die Anpassung der Anbaumethoden. Ihre Analysen der Folgen des Klimawandels und mögliche Anpassungsstrategien sollten in Bildungsmaterial einfließen, das Sie für in der Landwirtschaft tätige indonesische Akteur_innen konzipieren.

 

Das Projektpraktikum bringt Sie in ländliche Gebiete. Ein Motorradführerschein ist wünschenswert.

 

Voraussetzung für die Teilnahme am ASA-Programm ist die aktive Beteiligung an den Seminaren und an beiden Projektphasen in Deutschland und in Indonesien. Es handelt sich dabei um zwei dreimonatige Vollzeitpraktika. Die Nordphase findet in Berlin statt.

 

Die ASA-Seminare finden im April und Juni 2018 sowie im Frühjahr 2019 statt. Für Teilnehmende der ASA-Hochschulkooperation global finden zusätzlich zu den ASA-Seminaren weitere inhaltliche Seminare im Mai 2018 und voraussichtlich im März 2019 statt. Die Projektphasen erfolgen von April bis November 2018.

In Zusammenarbeit mit

Centre for Rural Development (SLE) HU Berlin; Pusbinlat Motivator Kondoran – Gereja Toraja (GT) South Sulawesi; Ikatan Petani Pengendalian Hama Terpadu Indonesia (IPPHTI) West Java