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Einblicke in lokale Friedensarbeit: Nachhaltigen Tourismus und Bildungsarbeit unterstützen

Wirkungsfeld/Programmformat: ASA-Hochschulkooperation global
Nr.: 0808
Seminargruppe: Seminargruppe 2
Dauer Projektpraktikum: 6 Monate

Studienrichtung

Medizin und Gesundheitswissenschaften, Rechtswissenschaften, Lehramt, Pädagogik und Erziehungswissenschaft, Kultur- und Medienwissenschaften, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften

Spezifikation Berufs-/Studienrichtung

Friedens- und Konfliktforschung; Kulturwissenschaften; Nachhaltige Entwicklung; Psychologie; Rechtswissenschaften; Politikwissenschaft; Soziologie; Pädagogik

Pflichtsprache(n)

Spanisch

Land/Region

Kolumbien | Südamerika

ASA-Hochschulkooperation global

Das Ziel der ASA-Hochschulkooperation ist es, gemeinsam mit Hochschulen und ihre Partner aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft das Engagement für globale Nachhaltigkeit stärker in der Wissenschaft zu verankern. Es ermöglicht Studierenden im Rahmen ihrer ASA-Teilnahme, internationale Forschungsprojekte mitzugestalten, die Grundlagenforschung im Bereich Nachhaltigkeit mit praxisorientierten Vorhaben verbinden. Anschließend bringen sie ihre Erfahrungen wieder zurück in Lehre und Forschung der eigenen Hochschule, z.B. in Präsentationen oder Abschlussarbeiten. Im Format global bilden Teilnehmende aus einem afrikanischen, asiatischen, lateinamerikanischen oder südosteuropäischen Land und Teilnehmende aus Deutschland das Team und durchlaufen den Großteil ihrer Seminare als auch das sechsmonatige Projektpraktikum gemeinsam.

Projektbeschreibung

In diesem Projektpraktikum können Sie sich mit der Rolle von Bildung und Tourismus auseinandersetzen. Sie werden innovative Ansätze für lokale Friedensarbeit und nachhaltiges Community Building kennenlernen, an denen die Zivilgesellschaft und Universitäten beteiligt sind. Für die Teilnahme sollten Sie sich für politische Bildung und Nachhaltigkeit interessieren sowie fließend Spanisch sprechen. Mindestens zwei Jahre Hochschulstudium sind für dieses Vorhaben wünschenswert.

Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) eine der ältesten Universitäten in Deutschland. Sie bietet ein breites und interdisziplinäres Spektrum an Lehr- und Forschungsmöglichkeiten in Geistes-, Rechts-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften. Die JLU hat sich der Verknüpfung von Forschung und Praxis sowie der Förderung nachhaltiger Entwicklung verpflichtet und ist in vielfältigen transnationalen Forschungsprojekten involviert. Seit mehr als 50 Jahren kooperiert die JLU mit kolumbianischen Einrichtungen.

Das binationale Instituto Colombo-Alemán para la Paz (CAPAZ) ist eine Austauschplattform für Universitäten, Zivilgesellschaft und staatliche Institutionen und fördert den Wissens- und Erfahrungsaustausch im Bereich der Friedensarbeit. Das Institut CAPAZ wurde 2016 von zehn kolumbianischen und deutschen Hochschulen ins Leben gerufen, um durch Forschung, Bildung und Beratung einen Beitrag zum Friedensprozess in Kolumbien zu leisten. Das durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) finanzierte Institut befasst sich mit der wissenschaftlichen und interdisziplinären Analyse, Reflexion und Diskussion der Konsequenzen in einer Post-Konfliktgesellschaft sowie mit Herausforderungen eines nachhaltigen Friedens.

Die Corporación Universitaria Minuto de Dios (UNIMINUTO) ist eine christliche Bildungseinrichtung mit verschiedenen Standorten in Kolumbien, die insgesamt 108 Lehrprogramme anbietet. Seit den 1990er Jahren werden Studierende aus sozioökonomisch weniger privilegierten Verhältnissen gefördert [Anm. der_des Verf.]. UNIMINUTO ist bestrebt, zum sozialen Wandel im Land beizutragen. Eine Vielzahl der praktisch-wissenschaftlichen Projekte im Bereich soziale Verantwortung, grüne Wirtschaft und Community Building werden vom Social Innovation Science Park (PCIS) der Corporación UNIMINUTO koordiniert. Seit 2018 kooperieren die JLU und das Institut CAPAZ mit UNIMINUTO. Die Kooperation konzentriert sich insbesondere auf die wirtschaftliche und soziale Förderung von Personen, die Gewalt erfahren haben.

Das Projektpraktikum wird sich unter anderem mit sozialer Gerechtigkeit, politischer Bildung und lokaler Friedensarbeit befassen – vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen im kolumbianischen Friedensprozess. An der JLU werden Sie sich im Team zunächst mit den theoretischen Konzepten zu Friedensarbeit auseinandersetzen. Daraufhin werden Sie Organisationen identifizieren, die dazu in der Region arbeiten. Sie kontaktieren etwa Schulen oder Nichtregierungsorganisationen, um mehr über Fortschritte und Herausforderungen in der Praxis zu erfahren. Basierend auf diesen Ergebnissen bereiten Sie kurze Inputs für eine Lehrveranstaltung zu nachhaltigem Frieden an der JLU vor und organisieren weitere öffentliche Veranstaltungen wie Diskussionsrunden und Workshops zum Thema mit.

In Kolumbien werden Sie als ASA-Teilnehmende_r an dem Peacebuilding-Programm von UNIMINUTO teilnehmen. Zugleich werden Sie einen Monat beim Social Innovation Science Park verbringen, wo Sie Einblicke in verschiedene Projekte in und um Bogotá erlangen, die sich mit ganzheitlichem Zugang zu Bildung, Friedensarbeit und -bildung sowie nachhaltigem Community Building beschäftigen. Darüber hinaus werden Sie öffentliche Veranstaltungen zum Thema politische Bildung und Friedensarbeit in Kolumbien am Instituto CAPAZ unterstützen. Die letzte Phase des Projektpraktikums wird den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, theoretisches Wissen und Einblicke aus den vorherigen Phasen auf ein konkretes Projekt zu nachhaltigem Kulturtourismus in Pereira anzuwenden. Das Projekt ist in der Region Risaralda im Westen Kolumbiens angesiedelt und kombiniert nachhaltige Kaffeeproduktion mit nachhaltigem Tourismus. Durch die Arbeit mit Frauen und Jugendlichen, die von sozialer Benachteiligung betroffen sind, fördert das Projekt zugleich die wirtschaftliche und sozial-ökologische Entwicklung der Gemeinschaft.

Voraussetzung für die Teilnahme am ASA-Programm ist die aktive Beteiligung an den Seminaren und an beiden Projektphasen in Deutschland und in Kolumbien.

Die ASA-Seminare finden im April und Juni 2019 sowie im Frühjahr 2020 statt.

Die erste Projektphase findet in Gießen und Süd-/Mittelhessen vom 8. April bis 8. Juli 2019 statt. Die zweite Phase findet in Bogotá und Pereira vom 15. Juli bis 15. Oktober 2019 statt. Bei den beiden Phasen handelt es sich um Vollzeitpraktika.

In Zusammenarbeit mit

Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU); Corporación Universitaria Minuto de Dios (UNIMINUTO); Instituto Colombo-Alemán para la Paz (CAPAZ)