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Zum Umgang mit Vertrauensbruch in der Verwaltung von Gemeingütern: Einen Leitfaden entwickeln

Wirkungsfeld/Programmformat: ASA-Hochschulkooperation global
Nr.: 0807
Seminargruppe: Seminargruppe 2
Dauer Projektpraktikum: 6 Monate

Studienrichtung

Kultur- und Medienwissenschaften, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften

Spezifikation Berufs-/Studienrichtung

Sozialforschung; Soziale Arbeit; Journalismus; Konfliktmanagement; Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Pflichtsprache(n)

Englisch

Sonstige Sprache(n)

Luganda

Land/Region

Uganda | Afrika südlich der Sahara

ASA-Hochschulkooperation global

Das Ziel der ASA-Hochschulkooperation ist es, gemeinsam mit Hochschulen und ihre Partner aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft das Engagement für globale Nachhaltigkeit stärker in der Wissenschaft zu verankern. Es ermöglicht Studierenden im Rahmen ihrer ASA-Teilnahme, internationale Forschungsprojekte mitzugestalten, die Grundlagenforschung im Bereich Nachhaltigkeit mit praxisorientierten Vorhaben verbinden. Anschließend bringen sie ihre Erfahrungen wieder zurück in Lehre und Forschung der eigenen Hochschule, z.B. in Präsentationen oder Abschlussarbeiten. Im Format global bilden Teilnehmende aus einem afrikanischen, asiatischen, lateinamerikanischen oder südosteuropäischen Land und Teilnehmende aus Deutschland das Team und durchlaufen den Großteil ihrer Seminare als auch das sechsmonatige Projektpraktikum gemeinsam.

Projektbeschreibung

Für die Mitarbeit in diesem Projektpraktikum sollten Sie sich für die kollektive und nachhaltige Nutzung von Gemeinschaftsgütern interessieren. Ein gesellschaftswissenschaftlicher Hintergrund sowie Kenntnisse im Bereich der Sozialforschung oder des Führens von Interviews sind wünschenswert. Sie untersuchen, wie verschiedene Gemeinschaften mit Vertrauensverletzungen bei der Verwaltung von Gemeingütern umgehen. Ein Interesse an Mechanismen zur Konfliktlösung ist hilfreich. Außerdem sollten Sie fließend Englisch sprechen.

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) ist die einzige katholische Universität Deutschlands und ging 1980 aus der Eichstätter Hochschule hervor. Mit mehr als 5300 Studierenden an acht Fakultäten ist die bayrische KU eine der größten privaten Universitäten Deutschlands. Die KU fördert mittels der Stabsabteilung für Bildungsinnovation und Wissenstransfer die Vernetzung und den Austausch mit zahlreichen sozialen, kulturellen und kirchlichen Einrichtungen ebenso wie mit Akteur_innen aus der Wirtschaft. Im Rahmen des transversalen Nachhaltigkeitskonzeptes der KU sollen zukünftigen Entscheidungsträger_innen Gestaltungskompetenzen vermittelt werden.

Bei der zweiten Partnerorganisation in Deutschland handelt es sich um den Biolandhof Dollinger am Rande des Naturparks Altmühltal in Offenbau. Der 60 Hektar große Hof betreibt seit 25 Jahren Acker- und Gemüseanbau sowie Nutztierhaltung nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus. Seit 2014 setzt die Familie Dollinger auch das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft um. Nach diesem Konzept werden die Kosten des Betriebs von der Gemeinschaft getragen, um ein bedürfnisorientiertes und ökologisch nachhaltiges Wirtschaften mit kurzen Handelsketten zu gewährleisten. Personen, die Teil der Gemeinschaft sind, können wöchentlich die Agrarprodukte von 17 Zentren in der Umgebung abholen. Seit 2018 bietet der Familienbetrieb auch einen Bauernhof-Kindergarten an.

Die 1993 gegründete katholische Uganda Martyrs Universität (UMU) mit Hauptsitz in Nkozi (Bezirk Mpigi) erhielt 2005 den Universitäts-Status. Die UMU strebt es an, Lehre und Forschung mit katholischen Wertevorstellungen zu verbinden und zum gesellschaftlichen Fortschritt beizutragen. Die Universität hat sechs Fakultäten an sieben Standorten. Zwei Zentren sind vor Ort angesiedelt: das Afrikanische Exzellenzzentrum für Biolandwirtschaft und existenzsichernde Systeme (ACALISE) und das Regionale Kompetenzzentrum für Bildung für Nachhaltige Entwicklung im Großraum Masaka (RCEGM).

Die zweite Partnerorganisation in Uganda ist die 1995 gegründete Nichtregierungsorganisation Nature Uganda. Mit Sitz in Kampala ist die Organisation der nationale Implementierungspartner des transnationalen Programms zur Umweltbildung im Einzugsgebiet des Viktoriasees. Das Programm wurde von der Natur- und Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) initiiert und hat zum Ziel, die teilnehmenden Gemeinden zum gemeinschaftlichen Umweltschutz zu motivieren und so zum Schutz des Viktoriasees beizutragen. Seit 2004 wird das Programm in Kenia, Tansania und Uganda durchgeführt und richtet sich primär an Grundschüler_innen, ihre Lehrkräfte und die Dörfer. Ein Fokus des Programms liegt auf der Verbindung zwischen der Verwaltung natürlicher Ressourcen und nachhaltiger Entwicklung.

Das Projektpraktikum befasst sich mit ebendieser kommunalen Verwaltung von Gemeingütern und potentiellen Konflikten in Gemeinden in Deutschland und Uganda. Im internationalen ASA-Team untersuchen Sie, wie entsprechende Gemeinschaften mit Vertrauensmissbrauch umgehen. Im ersten Teil des Projektpraktikums machen Sie sich mit der Forschungsliteratur zur Nutzung von Allmenden vertraut. Die Allmende ist eine Form gemeinschaftlichen Eigentums. Außerdem setzten Sie sich mit Nachhaltigkeitskonzepten wie Wachstumsrücknahme, Resilienz und Regionalisierung auseinander. Daraufhin besuchen Sie Projekte der Solidarischen Landwirtschaft in der Region Ingolstadt und führen Interviews zum Thema Vertrauen und Vertrauensmissbrauch innerhalb der Gemeinschaften. Diese Interviews werden anschließend mit den theoretischen Konzepten verglichen.

In Uganda erhalten Sie als ASA-Teilnehmende_r zunächst die Gelegenheit, an relevanten Seminaren des Instituts für Soziale Arbeit teilzunehmen. Auch hier besuchen Sie Gemeinden, die kollektiv lokale Gemeinschaftsgüter verwalten. Aus den an dem Umweltbildungsprogramm teilnehmenden Gemeinden im Einzugsgebiet des Viktoriasees werden Personen ausgewählt, mit denen Sie Interviews führen. Sie werten die Interviews aus und vergleichen sie sowohl mit den Beobachtungen aus Deutschland als auch mit den theoretischen Konzepten. In einem weiteren Schritt konzipieren Sie aus den Interviews Leitlinien zum Umgang mit Vertrauensmissbrauch in ländlichen Gemeinschaften. Dadurch sollen traditionelles Wissen bewahrt und nachhaltige Gemeinschaften gestärkt werden. Diese Leitlinien sollen die Suche der Gemeinschaften nach Formen, Methoden und Tools für Nachhaltigkeit weltweit unterstützen. Dies wird die Entwicklung von Handlungs- und Reflexionskompetenz fördern und aufzeigen, wie Gemeinschaften gemeinsam im globalen Denken und lokalen Handeln wachsen können.

Voraussetzung für die Teilnahme am ASA-Programm ist die aktive Beteiligung an den Seminaren und an beiden Projektphasen in Deutschland und in Uganda.

Die ASA-Seminare finden im April und Juni 2019 sowie im Frühjahr 2020 statt.

Die erste Projektphase findet in Eichstätt und Thalmässing vom 1. April bis 30. Juni 2019 statt. Die zweite Phase findet in Mpigi-Nkozi – in Absprache mit den Partnerorganisationen – zwischen Juli 2019 und Januar 2020 statt. Bei den beiden Phasen handelt es sich um Vollzeitpraktika.

In Zusammenarbeit mit

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU); Biolandhof Dollinger; Uganda Martyrs University; Nature Uganda