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Unterstützung ländlicher Gemeinden zum Schutz von Ökosystemen mit GPS und Satellitenbild-Kartierungen

Programmkomponente: ASA basis
Projekt-Nr.: 0357
Seminargruppe: Seminargruppe III basis
Dauer Projektphase: 3 Monate

Spezifikation Berufs-/Studienrichtung

Geoinformationssysteme; Geo-Kartierung; GIS

Pflichtsprache(n)

Englisch

Land/Region

Uganda | Afrika

ASA basis

Bei ASA basis sind Teilnehmende aus Deutschland in der Regel in Zweier-Teams drei Monate in einem Projekt bei staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen der internationalen Zusammenarbeit und der Zivilgesellschaft Online oder in Präsenz in einem Land Afrikas, Asiens, Lateinamerikas oder Südosteuropas tätig. Die Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen, Basis-Initiativen und Durchführungsorganisationen staatlicher Entwicklungszusammenarbeit bilden ein weites Spektrum von Strategien für eine global nachhaltige Entwicklung ab.

Projektbeschreibung

Ihnen liegen Natur und Menschen am Herzen? Sie möchten Menschen Hilfe zur Selbsthilfe anbieten, um ihre Lebensräume nachhaltig nutzen und schützen zu können? Das vorliegende Projekt bietet in ländlichen Gegenden Ugandas Workshops zur einfachen Aufnahme von Natur- und Raumdaten an, um Problemlagen und Herausforderungen digital zu erfassen. Für eine Projektteilnahme sind unterschiedliche Studien- und Arbeitshintergründe vorstellbar: Umwelt- oder Geowissenschaften, Sozial- oder Kulturwissenschaften, Informatik oder Pädagogik. Wichtig ist, dass Sie bereits Erfahrungen mit GPS-Untersuchungen und in der Interpretation von Satellitenbildern haben. Idealerweise bringen Sie pädagogische und agrarökologische Kenntnisse mit. Sehr gute Englischkenntnisse sind verpflichtend.

Ihre ugandische Partnerorganisation Caritas Kasanaensis ist eine gemeinnützige Organisation, die sich seit 2017 in den Gegenden Luwero, Nakaseke und Nakasongola für soziale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung einsetzt. Caritas Kasanaensis setzt unterschiedliche partizipative Programme mit der lokalen Bevölkerung um. Themen sind dabei klimaresiliente landwirtschaftliche Produktionsweisen, klimafreundliches Wohnen, saubere Energie und sauberes Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene, gesundheitliche Grundversorgung, Finanzen sowie der Aufbau nachhaltiger Institutionen. Besonders wichtig ist die Mobilisierung der Menschen – sie sollen als Gemeinschaft zusammenkommen, um ihre Ziele erreichen zu können. Mit dem «village development model» sind bereits 425 Selbsthilfegruppen von Beschäftigten in der Landwirtschaft sowie fünf Kooperativen und zwölf Vereine entstanden. Caritas Kasanaensis ist sehr gut vernetzt und arbeitet mit regionalen und internationalen Organisationen sowie staatlichen Institutionen zusammen.

Partnerorganisation in Deutschland ist der Internationale Ländliche Entwicklungsdienst (ILD) e.V., der in Europa und im Globalen Süden ländliche Entwicklungsprojekte unterstützt, selbst umsetzt und Öffentlichkeitsarbeit dafür betreibt. Der ILD übernimmt unterschiedliche Aufgaben: Beschaffung von Finanzmitteln, Projektplanung und –umsetzung sowie deren Evaluation. Meist handelt es sich um staatlich oder EU-geförderte Projekte mit unterschiedlichen öffentlichen und privaten Beteiligten. Beispiele für Initiativen sind Fair Trade-Gewerbe, Publikationen zu Themen der Nachhaltigkeit und Landwirtschaft, Studienreisen, Dialogveranstaltungen, Ausstellungen sowie die Prüfung neuer Technologien und Anbaumethoden.

Space2Live ist die zweite Partnerorganisation in Deutschland. Der Verein unterstützt Gemeinden mit einfach zu nutzenden Technologien bei der Kartierung und Dokumentation von Landnutzungsstrukturen und Landrechtsverletzungen. Mithilfe von GPS-Tracking und Open-Source-Satellitenbildern kreiert Space2Live eine Plattform für Verhandlungen rund um faire und ethisch vertretbare Landnutzung. Gleichzeitig helfen die Informationen dabei, das Ressourcenmanagement in von Klimawandel bedrohten Regionen zu verbessern. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Resilienz und Anpassungsfähigkeit lokaler Bauerngemeinden zu erhöhen.

Ziel Ihres Projekts in Uganda ist die Selbstermächtigung von Menschen in ländlichen, materiell benachteiligten Verhältnissen sowie die Verbesserung ihrer Lebensqualität. Ein erster wichtiger Aspekt davon ist die gemeinschaftliche und solidarische Planung der Landnutzung, die vor allem mit Unterstützung von Caritas Kasanensis umgesetzt wird. Ziel ist, lokale Ressourcen und Kapazitäten freizulegen sowie das Bewusstsein für den problematischen Rückgang von Wäldern und Feuchtgebieten sowie die Bodenerosion zu schärfen. Als Teilnehmende bieten Sie Schulungen an, bei denen Handy-Apps zur GPS Daten-Speicherung genutzt werden sollen. Die Idee ist, mit Karten und Fotos den Zustand von Lebensräumen und Dörfern ganzheitlich zu erfassen und dadurch etwa Kompensationsgelder für notwendige ökologische Maßnahmen erhalten zu können. Zudem ermöglichen die Daten einen Austausch zu konkreten Problemlagen wie Landbesitzrechten mit Beteiligten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Konkret schulen Sie während des Projektzeitraums Mitarbeitende vor Ort in der GPS-Nutzung, Datenauswertung, Interpretation von Satellitenbildern und

Kartierung via Smartphone. Dazu identifizieren Sie zunächst mit Ihrem Team Gemeinden, in denen Trainings sinnvoll erscheinen und durchgeführt werden können. Sie treffen sich mit Menschen aus den Ortschaften und tauschen sich zur Umsetzung und Relevanz der Schulungen aus, bevor Sie mit deren Organisation beginnen. Außerdem gestalten Sie gemeinsam Poster für lokale Ausstellungen und Webseiten, die Karten und Fotos von Standorten zeigen, auf denen positive Effekte von Treibhausgasminderung sichtbar werden. Dadurch stehen Sie in ständigem Austausch mit den Menschen vor Ort und können ihnen den Mehrwert der digitalen Möglichkeiten vermitteln.

Für den Fall einer rein digitalen Projektumsetzung kommunizieren Sie mit den Teammitgliedern vor Ort hauptsächlich über Zoom-Videokonferenzen und orientieren sich an den Aufgaben und Zielsetzungen der analogen Umsetzung. Der Kontakt zu den Gemeinden wird dann ebenfalls online hergestellt.

Die ASA-Seminare finden April bis Juni 2022 sowie im Winter/Frühjahr 2023 statt. Die Projektphase erfolgt – in Absprache mit der Partnerinstitution – zwischen Mitte Juli 2022 und Ende November 2022.

Voraussetzung für die Teilnahme am ASA-Programm ist die aktive Beteiligung an den Seminaren (2022 und 2023) und der Projektphase im Partnerland. Sollte das Projekt digital durchgeführt werden, so findet es in Teilzeit mit 27 Stunden pro Woche statt. Online-Präsenzzeiten können entsprechend der Zeitverschiebung zum Partnerland von den in Deutschland üblichen Werkzeiten abweichen.

In Zusammenarbeit mit

Caritas Kasaneensis; Internationaler Ländlicher Entwicklungsdienst (ILD) e. V.; Space2live. – Die Zusammenarbeit findet im Präsenzmodus oder digital statt.