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Aufbau der Schwarzen Akademie zur Internationalen Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung

Programmkomponente: ASA global
Projekt-Nr.: 0202
Seminargruppe: Seminargruppe II oder Seminargruppe V global
Dauer Projektphase: 6 Monate

Pflichtsprache(n)

Englisch

Sonstige Sprache(n)

Französisch

Land/Region

Benin | Afrika

ASA global

ASA global bietet die Möglichkeit, ein sechsmonatiges Projekt im internationalen Team zu absolvieren. Teilnehmende aus einem Land Afrikas, Asiens, Lateinamerikas oder Südosteuropas und Teilnehmende aus Deutschland besuchen die ASA-Seminare auf Englisch und verbringen ihre zwei Projektphasen bei nicht-staatlichen Organisationen der internationalen Zusammenarbeit und der Zivilgesellschaft gemeinsam; drei Monate Online oder in Präsenz bei einer Partnerinstitution in Deutschland und anschließend ebenso lange Online oder in Präsenz in einem Land Afrikas, Asiens, Lateinamerikas oder Südosteuropas.

Projektbeschreibung

Sie begeistern sich für Perspektivwechsel, vielfältige Gesellschaften und die Dekonstruktion kolonialistischer Narrative? Sie möchten sich für die Würde von Menschen afrikanischer Herkunft einsetzen und einen friedensstiftenden Beitrag leisten? Bei diesem Projekt entwickeln Sie die Schwarze Akademie mit, die im Rahmen der UN-Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung Aktionen organisiert, Materialien erstellt und den Austausch zwischen Globalem Süden und Globalem Norden fördert. Voraussetzungen für eine Projektteilnahme sind ein geisteswissenschaftlicher, pädagogischer oder wirtschaftsbezogener Hintergrund sowie sehr gute Englischkenntnisse. Französischkenntnisse sind von Vorteil, jedoch nicht verpflichtend. Sie erhalten dazu ein Sprachlernangebot im Zuge des Projekts.

Die UN-Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung widmet sich dem Umstand, dass Menschen afrikanischer Herkunft beim Zugang zu Bildung, Gesundheit, sozialer Sicherheit und Wohnverhältnissen strukturell immer noch sozial benachteiligt sind. Die Beteiligung am politischen Leben ist zudem häufig niedrig und unterschiedliche Formen der Diskriminierung sind weiterhin präsent. Welche Aufgaben Sie genau übernehmen, können Sie selbst in Absprache mit Ihren Ansprechpersonen definieren. Es ist wichtig, dass Sie sich Ihren Interessen entsprechend einbringen.

Das internationale Kooperationsnetzwerk, in das Sie eingebunden werden, besteht bereits seit mehreren Jahren.

MeineWelt e.V. ist ein Verein, der Bildungsarbeit mit Fokus auf globale und innergesellschaftliche Machtstrukturen sowie Entwicklungspolitik anbietet. Mithilfe postkolonialer Theorie werden konventionelle Strukturen in Frage gestellt und nach Lösungsansätzen und Ermächtigungsstrategien gesucht. Um Perspektiven aus dem Globalen Süden sichtbarer zu machen und die Dekolonisierung voranzutreiben, kooperiert Meine Welt e.V. mit Beteiligten aus unterschiedlichen Ländern und fördert ihren Austausch. Insbesondere arbeitet Verein MeineWelt e.V. mit Menschen aus Kamerun, Togo und Benin zusammen. Mit der Schwarzen Akademie möchte MeineWelt e.V. nun mit dem Mannheimer Bündnis zur Internationalen Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung beitragen und den Austausch aller Projektbeteiligten fördern sowie Informationen über Postkolonialismus und Dekolonisierung öffentlich sichtbarer machen.

Das Mannheimer Bündnis ist eine offene Plattform, die sich für ein vielfältiges und friedliches Zusammenleben in urbanen Verhältnissen einsetzt und Begegnungen zwischen unterschiedlichen Institutionen und Beteiligten in Mannheim ermöglicht. Im Auftrag des Stadtrats Mannheim und gefördert vom Demokratie Leben! Programm des Familienministeriums koordiniert die Stadt Mannheim die Kommunikation und Infrastruktur innerhalb des Bündnisses. Gemeinsames Ziel der Beteiligten ist es, gesellschaftliche Vielfalt als Ressource und Bereicherung aufzuzeigen.

In Abomey Calavi engagiert sich die gemeinnützige Organisation ONG Groupe La Solution (GLS) in den Bereichen Bildung, Engagement und Unternehmertum. Seit der Gründung 2013 hat die Organisation zahlreiche didaktische Veröffentlichungen für Schulen herausgegeben und Seminare zu Selbstermächtigung, Selbständigkeit sowie Verbesserung der Lebensverhältnisse für Lehrkräfte und Lernende veranstaltet. Konkret werden beispielsweise Trainings zu Solarenergiesystemen, Gesundheit oder Projektmanagement angeboten.

In der Vergangenheit haben MeineWelt e.V. und GLS Benin unter anderem in Zusammenarbeit mit dem ASA-Programm unterschiedliche Bildungsaktionen für junge Menschen ausgearbeitet, im Zuge derer auch die Partnerschaft mit der Stadt Mannheim entstand. Die im Benin, Kamerun und Deutschland entwickelte Plattform «PLACE for Africa» (www.place-for-africa.org) fungiert als Austausch- und Informationsplattform. Sie kann in Zukunft auch als digitale Basis der Schwarzen Akademie fungieren.

Sollte das Projekt in Präsenz stattfinden, sind Sie zunächst drei Monate in Deutschland und im Anschluss drei Monate in Benin. Im Falle einer rein digitalen Umsetzung arbeiten Sie von Deutschland aus mit Ihrem Team in Benin zusammen. Für letzteren Fall sind die technischen Voraussetzungen in beiden Ländern gegeben. Durch wöchentliche Zoomkonferenzen gleichen Sie Ihre Arbeitsschritte und Zielsetzungen ab; zusätzlich nutzen Sie das Projektmanagement-Tool Trello und legen Daten auf Google Drive ab.

Mit der Schwarzen Akademie soll bis 2024 ein digitaler und analoger Ort entstehen, der als Labor für Erforschung und Analyse der Herausforderungen des postkolonialen Afrika dient. Beteiligte aus Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Forschung kommen dort zusammen und erarbeiten dazu konkrete Projekte und Lösungsideen. Langfristig strebt die Schwarze Akademie an, neue Sicht- und Schreibweisen zu Afrika zu etablieren und verfälschte, unvollständige oder diskriminierende Geschichten zu dekonstruieren. Für diese Ziele bietet sie Menschen afrikanischer Herkunft den nötigen Raum.

Mit Ihrem Team entwickeln Sie politische Strategien, um Rassismus und rassistischer Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit sowie zwischenmenschlicher Intoleranz entgegenzutreten. Neue Narrative und Initiativen sollen entstehen. Sie beteiligen sich an der Beschaffung finanzieller Mittel und an Aktivitäten zur Kapazitätsbildung. Zudem organisieren Sie Konferenzen und weitere Veranstaltungen auf nationaler Ebene, um öffentliche Aufmerksamkeit zu gewinnen und offene Debatten insbesondere zu afrikanischen Perspektiven auf nachhaltige Entwicklung anzuregen. Inhaltlich arbeiten Sie an einer kritischen Analyse der afrikanischen Unabhängigkeit, globalen Interdependenzen sowie panafrikanischen Initiativen im neokolonialen Zeitalter. Auch Online- und Offlinepublikationen sind geplant.

In der ersten Projektphase arbeiten Sie in Mannheim im Büro von MeineWelt e. V./Place for Africa. Zunächst entwickeln Sie unterschiedliche Projekte, um Diversität, Geschlechtergleichheit, soziale Gerechtigkeit und die Teilhabe relevanter Beteiligter aus Politik und Gesellschaft – insbesondere mit afrikanischem Hintergrund – zu fördern. Sie entwickeln Informations- und Bildungsmaterialien mit dem Ziel, Menschen afrikanischer Herkunft zu ermächtigen und sie in Würde darzustellen. Kolonialgeschichte und Menschenrechtsverbrechen werden aufgearbeitet und falsche Geschichtsschreibungen dekonstruiert. Fachpersonen aus Afrika werden zu Online-Veranstaltungen eingeladen, um Wissen und Geschichte aus Afrika sichtbarer zu machen.

Die Projektphase in Benin hat inhaltlich eine ähnliche Ausrichtung. Sie beschäftigen sich mit Geschichtsschreibung zu kolonialer Geschichte und Gegenwart in Afrika und entwickeln dazu Bildungsmaterialien. Sie kooperieren dafür mit jungen Menschen und Partnerorganisationen GLS, um vor Ort ein Informationszentrum zu den Aktivitäten der Schwarzen Akademie aufzubauen. Konkret organisieren Sie unterschiedliche Formate, um einen offenen Austausch zu Menschenrechtsthemen zu fördern und entwickeln Konzepte, um politische und gesellschaftliche Beteiligte in die Aktionen einzubinden. Mithilfe dieser Aktivitäten soll auch hier die Würde der Menschen afrikanischer Herkunft gestärkt werden. Durch die Zusammenarbeit mit Geschichtsforschenden oder Museen soll zudem die Organisation von Bildungsveranstaltungen zu afrikanischen Geschichten angestoßen werden.

Die Projektphase in Deutschland findet von Anfang April bis Ende Juni 2022 statt; im Partnerland – in Absprache mit der Partnerinstitution – zwischen Mitte Juli und Ende Dezember 2022. Zwei bis drei ASA-Seminare finden parallel zur Projektphase in Deutschland zwischen April und Juni 2022 statt, ein weiteres im Frühjahr 2023.

Voraussetzung für die Teilnahme am ASA-Programm ist die aktive Beteiligung an den Seminaren (2022 und 2023) und an beiden Projektphasen in Deutschland und im Partnerland. Es handelt sich dabei um zwei dreimonatige Vollzeittätigkeiten. Die Projektphase in Deutschland findet in Mannheim statt. Sollte das Projekt rein digital durchgeführt werden, so findet es ebenfalls in Vollzeit statt. Online-Präsenzzeiten können entsprechend der Zeitverschiebung zum Partnerland von den in Deutschland üblichen Werkzeiten abweichen.

In Zusammenarbeit mit

Verein MeineWelt e.V.; ONG Groupe La Solution (GLS); Mannheimer Bündnis der Gemeinde Mannheim. - Die Zusammenarbeit findet im Präsenzmodus oder digital statt.