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Familiäre Kleinbetriebe zur Rentabilität und Nachhaltigkeit von Agroforstwirtschaft befragen

Programmkomponente: ASA basis
Projekt-Nr.: 0106
Seminargruppe: Seminargruppe I basis
Dauer Projektphase: 3 Monate

Spezifikation Berufs-/Studienrichtung

Soziologie, Anthropologie, Politikwissenschaften, Agroforstwirtschaft, Agrarwirtschaft, Agrarfachwirtschaft, Agrarökologie, Agronomie, Ökologischer Landbau, Forstwissenschaften, Umweltwissenschaften, Umweltmanagement, Ressourcenmanagement, Wirtschaftsgeografie, Geografie; Bodenkunde

Pflichtsprache(n)

Spanisch

Land/Region

Bolivien | Lateinamerika und Karibik

ASA basis

Bei ASA basis sind Teilnehmende aus Deutschland in der Regel in Zweier-Teams drei Monate in einem Projekt bei staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen der internationalen Zusammenarbeit und der Zivilgesellschaft Online oder in Präsenz in einem Land Afrikas, Asiens, Lateinamerikas oder Südosteuropas tätig. Die Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen, Basis-Initiativen und Durchführungsorganisationen staatlicher Entwicklungszusammenarbeit bilden ein weites Spektrum von Strategien für eine global nachhaltige Entwicklung ab.

Projektbeschreibung

Interessieren Sie sich für Agroforstwirtschaft? Und reizt es Sie, Nachhaltigkeit und Rentabilität dieser Praxis zahlenmäßig zu erfassen? In diesem Projekt befragen Sie kleinbäuerlich wirtschaftende Familien. Ziel ist es, Daten zu gewinnen, auf deren Basis dieses Landnutzungssystem weiter beworben und politische Lobbyarbeit betrieben werden kann. Gesucht werden zwei Personen mit unterschiedlichen Profilen. Eine Person sollte sich mit der Bewirtschaftung von Naturressourcen auskennen. Idealerweise studieren Sie ein Fach aus den Agrar-, Forst- und Umweltwissenschaften oder Geografie. Die andere Person sollte sich mit soziologischen oder anthropologischen Forschungsmethoden, insbesondere mit der Durchführung und Auswertung von Interviews, auskennen.

Die bolivianische Nichtregierungsorganisation Centro de Estudio y Trabajo de la Mujer (CETM) setzt sich mit vielfältigen Aktionen dafür ein, die von den Vereinten Nationen formulierten Ziele für nachhaltige Entwicklung in der ländlichen Region um Cochabamba umzusetzen. Dabei geht es unter anderem um eine nachhaltige Landwirtschaft, den Zugang zu sauberem Trinkwasser und den Schutz von Landökosystemen. Eine zentrale Rolle spielt die Agroforstwirtschaft, deren Verbreitung die Organisation auch finanziell fördert.

Der Versuchsbetrieb Mollesnejta - Centro de Agroforestería Andina befindet sich in Combuyo, rund 30 Kilometer von Cochabamba entfernt und am Fuße des über 5000 Meter hohen Tunari-Gipfels. Studierende, Forschende und andere Interessierte experimentieren auf dem 16 Hektar großen Gelände mit andinen Konsortien der Agroforstwirtschaft, einem Landnutzungssystem, bei dem Gehölze mit Ackerkulturen und Tierhaltung so auf einer Fläche kombiniert werden, dass ökonomische und ökologische Vorteilswirkungen entstehen. Derartige Produktionssysteme ermöglichen nicht nur eine nachhaltige und an den Klimawandel angepasste Produktion von Nahrungsmitteln, sondern schützen auch die natürlichen Ressourcen wie Boden, Wasser und Luft. Weiterhin fördern sie Biodiversität und sind eine bedeutsame Kohlenstoffsenke.

Die Projektphase wird in den andinen Tälern des Dorfes Molino Blanco durchgeführt, das bei Cochabamba liegt und Standort eines Informationszentrums von CETM ist. Ihre Aufgabe ist es zu untersuchen, inwieweit die vor über sieben Jahren angelegten agroforstlichen Produktionssysteme bisher zum Einkommen familiärer Kleinbetriebe beitragen und welches Potenzial für die Zukunft besteht – etwa durch die weitere Verarbeitung von Produkten. Neben rein wirtschaftlichen sollen auch Umweltaspekte und mögliche positive Auswirkungen auf die Produktion, zum Beispiel die Fruchtbarkeit der Böden, beziffert werden. Nachdem Sie das Terrain und die Tätigkeitsbereiche der Partnerinstitutionen kennengelernt haben, erarbeiten Sie einen Fragebogen und führen die Erhebungen dann vor Ort durch. Anschließend vergleichen Sie Ihre Erkenntnisse mit den Daten, die den Partnerinstitutionen bereits vorliegen und fassen diese in einem Bericht zusammen. Dafür stehen Ihnen die Büros der Partnerinstitution in Molino Blanco und Cochabamba zur Verfügung. Abschließend veröffentlichen Sie den Bericht in sozialen Netzwerken und präsentieren ihn vor dem Team, den teilnehmenden Familien und lokalen Behörden.

Die ASA-Seminare finden April bis Juni 2022 sowie im Winter/Frühjahr 2023 statt. Die Projektphase erfolgt – in Absprache mit der Partnerinstitution – zwischen Juli 2022 und Dezember 2022.

Voraussetzung für die Teilnahme am ASA-Programm ist die aktive Beteiligung an den Seminaren (2022 und 2023) und der Projektphase im Partnerland.

In Zusammenarbeit mit

Centro de Estudio y Trabajo de la Mujer (CETM); Mollesnejta - Centro de Agroforestería Andina. – Die Zusammenarbeit findet im Präsenzmodus statt.