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Zwei partizipative Untersuchungen zum Nutzen des urbanen Gärtnerns für Mensch und Natur umsetzen

Programmkomponente: ASA basis
Projekt-Nr.: 0105
Seminargruppe: Seminargruppe I basis
Dauer Projektphase: 3 Monate

Spezifikation Berufs-/Studienrichtung

Sozialwissenschaften; Soziologie; Transformationsstudien; Umweltwissenschaften; Landschaftsökologie; Ökologie; Nachhaltigkeit; Naturressourcenmanagement; Umweltschutz; Stadt- und Regionalentwicklung; Landschaftsplanung;

Pflichtsprache(n)

Spanisch

Land/Region

Bolivien | Lateinamerika und Karibik

ASA basis

Bei ASA basis sind Teilnehmende aus Deutschland in der Regel in Zweier-Teams drei Monate in einem Projekt bei staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen der internationalen Zusammenarbeit und der Zivilgesellschaft Online oder in Präsenz in einem Land Afrikas, Asiens, Lateinamerikas oder Südosteuropas tätig. Die Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen, Basis-Initiativen und Durchführungsorganisationen staatlicher Entwicklungszusammenarbeit bilden ein weites Spektrum von Strategien für eine global nachhaltige Entwicklung ab.

Projektbeschreibung

Interessieren Sie sich für urbanes Gärtnern und seine vielfältigen positiven Auswirkungen auf Mensch und Natur? Sind Sie überzeugt von partizipativen Forschungsformaten? Dann könnte dieses Projekt interessant für Sie sein. Im Zentrum stehen zwei partizipative Untersuchungen, die an einem konkreten Beispiel die Vorteile der nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion im städtischen Raum aufzeigen sollen. Um sich sinnvoll einbringen zu können, sollten Sie in der Lage sein, ein Forschungsdesign zu entwerfen und umzusetzen, bei dem qualitative und quantitative Methoden zum Einsatz kommen. Ebenso sind Grundkenntnisse zur partizipativen Forschung und die Bereitschaft, sich tiefer in den Forschungsansatz und in entsprechende Prozesse einzuarbeiten, unabdingbar. Um optimale Forschungsbedingungen zu erzielen, sind fließende Spanischkenntnisse ein Muss. Idealerweise bringen Sie Kenntnisse zu Klimawandel und systemischem Denken mit. Je nach Profil sind zudem folgende Fachkenntnisse für die jeweilige Untersuchung Voraussetzung: Eine Person sollte sich in bekannte Entwicklungstheorien eingelesen haben und mit den Zielen für Nachhaltige Entwicklung vertraut sein. Die andere Person sollte sich bereits mit Ökosystemen und dem Klimawandel befasst haben. Da das Projekt abhängig von der Entwicklung der weltweiten Corona-Lage möglicherweise rein digital umgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, beispielsweise Videokonferenzen mit gängigen Anwendungen durchzuführen oder Ihre Tätigkeiten mit interaktiven digitalen Werkzeugen zu erledigen.

Seit 2006 engagiert sich die Fundación Comunidad y Axión in El Alto, der Schwesterstadt von La Paz in Bolivien, hauptsächlich für Frauen sowie für Jugendliche und Kinder. Sie gibt Anstoß zu Gestaltungsprozessen auf Gemeindeebene, die eine individuelle, gesellschaftliche und ökologische Weiterentwicklung begünstigen. Das Aushängeschild der gemeinnützigen Organisation ist das Projekt der urbanen Familiengärten, bei dem Familien in Gewächshäusern auf ihren Grundstücken Gemüse für den Eigenverbrauch ökologisch anbauen. Weiterhin bietet die Partnerinitiative Workshops für Jugendliche an, um ihnen das lokale Konzept des „Vivir Bien“ näherzubringen und sie so für eine naturverbundene und nachhaltige Lebensweise zu begeistern. Grundlage aller Projekte sind partizipative Untersuchungen, die die lokalen Bedarfe und die Wirksamkeit entsprechender Projekte dokumentieren, Räume zum Wissens- und Meinungsaustausch schaffen und neue Erkenntnisse, beispielsweise zum Lebensmittelanbau auf der Hochebene auf rund 4000 Meter, liefern.

In der Projektphase ist es Ihre Aufgabe, zwei partizipative Untersuchungen zu den urbanen Familiengärten und deren synergetischen Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt umzusetzen. Im Zentrum der partizipativen Forschung steht der Dialog mit den am Gartenprojekt beteiligten Frauen und ihren Familien. Die erste Projektstudie soll zeigen, inwiefern die Familiengärten grundlegende menschliche Bedürfnisse befriedigen, Menschenrechte voranbringen und eine verantwortungsvolle Produktion und einen verantwortungsvollen Konsum fördern. Die zweite Untersuchung geht der Frage nach, auf welche Weise die Familiengärten den ökologischen Fußabdruck verringern, den Klimawandel abschwächen sowie die Biodiversität begünstigen können. Ebenso geht es darum, inwiefern dieses öko-soziale System gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen bringen und Freude an der Landschaft hervorrufen kann. Nachdem Sie ein Forschungsdesign und ein Vorgehen für das Monitoring entwickelt und abgestimmt haben, erheben Sie mithilfe von Interviews und Gruppengesprächen qualitative und quantitative Daten, die Sie anschließend auswerten. Ihre Befunde stellen Sie vor und diskutieren Sie gemeinsam im Team. Letztlich sollen Ihre Ergebnisse ein Stück Überzeugungsarbeit leisten, um etwa die Politik zu weiteren Projekten dieser Art zu inspirieren.

Sollte das Projekt digital durchgeführt werden, stellt Ihnen die Partnerorganisation alle notwendigen Daten und Informationen für die Untersuchung zur Verfügung. In diesem Fall erledigen Sie Ihre Aufgaben vom heimischen Schreibtisch aus und stehen über digitale Kommunikationsplattformen im Kontakt mit der Partnerorganisation.

Die ASA-Seminare finden April bis Juni 2022 sowie im Winter/Frühjahr 2023 statt. Die Projektphase erfolgt – in Absprache mit der Partnerinstitution – zwischen Juli 2022 und Dezember 2022. Die Partnerinstitution empfiehlt allerdings eine Durchführung der Projektphase im Partnerland zwischen Anfang September und Ende November 2022.

Voraussetzung für die Teilnahme am ASA-Programm ist die aktive Beteiligung an den Seminaren (2022 und 2023) und der Projektphase im Partnerland. Sollte das Projekt digital durchgeführt werden, so findet es in Teilzeit mit 27 Stunden pro Woche statt. Online-Präsenzzeiten können entsprechend der Zeitverschiebung zum Partnerland von den in Deutschland üblichen Werkzeiten abweichen.

In Zusammenarbeit mit

Fundación Comunidad y Axión. – Die Zusammenarbeit findet im Präsenzmodus oder digital statt.