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Ein Verfahren zur Wasserreinigung mit Aktivkohle aus Paranuss- und Kokosnussschalen entwickeln

Programmkomponente: ASA basis
Projekt-Nr.: 0104
Seminargruppe: Seminargruppe I basis
Dauer Projektphase: 3 Monate

Spezifikation Berufs-/Studienrichtung

Chemie; Technische Umweltfachwirtschaft; Abwasserwesen; Umwelttechnik; Abwassertechnik; Wasserversorgungstechnik; Umweltingenieurwesen; Wasserwirtschaft; Wassertechnik

Pflichtsprache(n)

Spanisch

Land/Region

Bolivien | Lateinamerika und Karibik

ASA basis

Bei ASA basis sind Teilnehmende aus Deutschland in der Regel in Zweier-Teams drei Monate in einem Projekt bei staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen der internationalen Zusammenarbeit und der Zivilgesellschaft Online oder in Präsenz in einem Land Afrikas, Asiens, Lateinamerikas oder Südosteuropas tätig. Die Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen, Basis-Initiativen und Durchführungsorganisationen staatlicher Entwicklungszusammenarbeit bilden ein weites Spektrum von Strategien für eine global nachhaltige Entwicklung ab.

Projektbeschreibung

Interessieren Sie sich für natürliche und nachhaltige Formen der Wasseraufbereitung? Tüfteln Sie außerdem gerne? Dann könnte dieses Projekt zu Ihnen passen. Ziel ist es, ein prototypisches Verfahren zur Wasserreinigung zu entwickeln, bei dem Aktivkohle auf Basis lokaler Anbauprodukte zum Einsatz kommt. Dazu sollten Sie Chemie oder Ingenieurwissenschaften studieren oder in Abwassertechnik oder einem verwandten Fach ausgebildet sein. Ebenso sollten Sie sich mit gängigen Verfahren zur Wasserreinigung wie Filtrierung und Umkristallisation auskennen.

Die Universidad Amazónica de Pando (UAP) befindet sich in Cobija, der beschaulichen Hauptstadt des Bundesstaates Pando, im äußersten Norden Boliviens. Die staatliche Universität wurde 1984 gegründet und nahm 1993 den akademischen Betrieb auf. Ihr Anspruch ist es, neben der fachlichen Ausbildung auch kritisches Denken und soziales Engagement zu fördern. Dies ist angesichts der sozialen und kulturellen Diversität der Region bedeutsam. So möchte die öffentliche Institution einen Beitrag leisten zu einer ganzheitlichen Weiterentwicklung der bolivianischen Amazonasregion. Teil dieser Politik ist es, die technologische Forschung in den Dienst der lokalen Gesellschaft zu stellen und mit den entwickelten Produkten zu einer verbesserten Lebensqualität vor Ort beizutragen.

Diesem Ziel verschreibt sich auch das vorliegende Projekt. Ihre Aufgabe ist es, unter fachlicher Begleitung ein Verfahren zur Wasserreinigung mit Aktivkohle aus Paranuss- und Kokosnussschalen zu entwickeln. Ein Prototyp dieses Wasseraufbereitungssystems soll anschließend in einer indigenen Gemeinde in der näheren Umgebung implementiert werden und dort die Trinkwasserqualität verbessern. Dazu steht Ihnen ein Arbeitsplatz am Fachbereich für Wissenschaft und Technik an der UAP in Cobija zur Verfügung. Zunächst untersuchen Sie das Ausgangsmaterial und bestimmen dessen Struktur sowie beispielsweise den prozentualen Anteil der Feuchtigkeit, des volatilen Materials und den Gehalt der Feststoffe auf Kohlenstoffbasis. Anschließend geht es darum, eine optimale physikalische Methode zu entwickeln, um Aktivkohle aus Para- und Kokosnüssen zu gewinnen. Dazu identifizieren Sie die notwendige Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien, besorgen die Nussschalen und gewinnen schließlich die Aktivkohle. Diese unterziehen Sie dann einer Analyse, um ihre chemische Beschaffenheit sowie Morphologie und Textur zu bestimmen. Es folgen kinetische Versuchsreihen zur Dimensionierung und Adsorption des Prototyps. Dazu entnehmen Sie Wasserproben in den entsprechenden Gemeinden. Schließlich konstruieren Sie den Prototypen zur Wasserreinigung, installieren diesen in einem Haushalt in der vorgesehenen Ortschaft und führen abschließend eine Wasseranalyse durch.

Die ASA-Seminare finden April bis Juni 2022 sowie im Winter/Frühjahr 2023 statt. Die Projektphase erfolgt – in Absprache mit der Partnerinstitution – zwischen Juli 2022 und Dezember 2022.

Voraussetzung für die Teilnahme am ASA-Programm ist die aktive Beteiligung an den Seminaren (2022 und 2023) und der Projektphase im Partnerland.

In Zusammenarbeit mit

Universidad Amazónica de Pando (UAP). – Die Zusammenarbeit findet im Präsenzmodus statt.