In der Podiumsrunde betonten die Referierenden mehrmals die wichtige Rolle der Hochschulen bei der Umsetzung der Agenda 2030. Frau Dr. Amat Amoros, im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung tätig, hob die Verantwortung der Hochschulen für entwicklungspolitisches Engagement und die Schlüsselfunktion der Hochschulen als Akteure des Wandels, besonders hervor. Die internationale Vernetzung von Hochschulen mache Süd-Nord-Partnerschaften oft erst möglich. Über Projektförderung, wie etwa im Rahmen der ASA-Hochschulkooperation oder über den DAAD unterstützt der Bund die Hochschulen bei ihrem entwicklungspolitischen Engagement.
Nach Herr Dr. Wolf, vom baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung, Kunst, berühren viele der globalen Nachhaltigkeitsziele auch die Zuständigkeiten der Länder, gerade in Bildungsfragen. Die Zusammenarbeit der Hochschulen mit Partnern in Entwicklungsländern sei nicht als einseitiger Lernprozess zu sehen: In vielen Wissenschaftsgebieten könnten die Hochschulen viel von den Forschern vor Ort lernen und dort einzigartige Forschungsmöglichkeiten finden. Im Anschluss berichtete Carla Herth vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen gemeinsam mit einem äthiopischen Stipendiaten des ASA-Global Projekt mit der Universität Addis Abeba über die positiven Ergebnisse ihres Projekts im Rahmen der ASA-Hochschulkooperation.
Moritz Haupt, Projektleiter der ASA-Hochschulkooperation, stellt in einer der rotierenden Fokusgruppen die Ausweitung des Programmformats global und die Teilnahmebedingungen der ASA-Hochschulkooperation vor. Es wurde großes Interesse an dem Format geäußert, in dem ein internationales Team aus Deutschland und dem jeweiligen Gastland im Globalen Süden zwei Projektphasen und mehrere ASA-Seminare, gemeinsam durchläuft. In der zweiten Fokusgruppe wurde das Thema entwicklungspolitische „Interessenvertretung“ von Hochschulen diskutiert. Mit einer Interessenvertretung könnten die Hochschulen ihre entwicklungspolitischen Belange besser gegenüber Bund und Land artikulieren, argumentierte Herr Dr. Grammer vom baden-württembergischen Staatsministerium. Der Vorschlag einen Hochschulvertreter in den Rat für Entwicklungszusammenarbeit zu entsenden, wurde gut aufgenommen.