ASA ist ein Programm von Engagement Global

Von der Uni in den RegenwaldArbeit zwischen Wissenschaft und Wildnis

Ankunft im kolumbianischen Dschungel

Ich heiße Lara, bin 23 Jahre alt und habe drei Monate im kolumbianischen Dschungel gelebt, um die Umweltschutz-Organisation Fundación Maikuchiga im Bereich der Umweltbildung zu unterstützen. Da mein Biologiestudium doch eher theoretisch ist, war ich besonders darauf gespannt, etwas Praktisches im Bereich Umweltschutz machen und bereits gelernte Dinge anwenden zu können. Ich habe vorher noch nie ein ähnliches Projekt gemacht, weshalb die Aufregung natürlich groß war, als es in München in den Flieger ging und ich mich mit meiner Team-Partnerin auf den Weg ins gemeinsame Abenteuer machte.

Die Organisation, in der wir auch geschlafen haben, lag zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß von der Gemeinde entfernt, weiter in den Dschungel hinein. Die Artenvielfalt der Tiere und Pflanzen, die wir bereits auf dem Weg in die Organisation bestaunen konnten, beeindruckte mich sehr. Trotz der vermeintlich abgelegenen Lage, ist die Organisation sehr modern. Strom wird von einer eigenen Solaranlage gewonnen, Wasser für die Küche und die Sanitäranlagen wird aus einem angrenzenden kleineren Fluss geschöpft. Wir durften direkt mit den Affen der Organisation zusammenleben – das war natürlich eine ganz besondere Erfahrung.

Lara (rechts) mit ihrem Projektteam im Regenwald

Über den Projektpartner

Die Fundación Maikuchiga ist mitten im kolumbianischen Dschungel in der überschaubaren indigenen Gemeinde Mocagua lokalisiert, circa 1,5 Stunden flussabwärts von Leticia und ist ausschließlich mit dem Boot zu erreichen. Die 32.000-Einwohner-Stadt Leticia befindet sich im Länderdreieck Kolumbien-Brasilien-Peru, direkt am Ufer des Amazonas und ist mit seinem Hafen ein wichtiger Handelsplatz. Leider gehören trotz gesetzlicher Verbote oftmals auch viele seltene oder gar bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu diesem Warenhandel. Die Fundación Maikuchiga hat es sich zum Ziel gemacht, diesem illegalen Wildtierhandel entgegenzuwirken und so die Biodiversität zu schützen.

Arbeitsalltag und neue Einblicke

Nachdem wir uns ein wenig eingelebt, ein paar Bewohner*innen aus dem Dorf kennengelernt und uns an die neuen Lebensumstände gewöhnt hatten, ging es auch schon mit der Projektplanung los. Unsere Aufgabe war es, ein Umweltbildungskonzept auszuarbeiten, das sowohl in der örtlichen Schule von Mocagua, als auch in den Schulen der umliegenden Gemeinden angewandt werden kann.
Durch die verbreitete Jagd auf Affen war es der Organisation und uns wichtig, Aufklärungsarbeit zu leisten. Hierfür haben wir zum einen eine Präsentation entworfen, um die Fundación Maikuchiga und ihre Tätigkeitsbereiche vorzustellen. Die Tätigkeitsbereiche der Organisation sind vielfältig: Sie kümmern sich um die Rehabilitation von Primaten, kontrollieren die Artbestände des Gebiets, setzen sich für die Wiederaufforstung ein und betreiben Umweltbildung in Form von Vorträgen und Eco-Tourismus. Außerdem haben wir eine Art Kartenspiel entworfen, bei dem die Kinder wichtige Tiere und Baumarten besser kennenlernen können.

Wir konnten viele neue und erstaunliche Dinge lernen. Das Wissen, das die Menschen vor Ort haben, ist sehr bewundernswert. Es war interessant, in eine völlig andere Lebensrealität abtauchen zu können. Lara Drechsel

Zurück in Deutschland – mein Fazit

Das Projekt hat mich vor allem in meiner persönlichen Entwicklung sehr geprägt. Ich traue mir nun mehr zu – anfängliche Probleme wie die Sprachbarriere, vor der ich am Anfang sehr großen Respekt hatte, sind am Ende zu Nichtigkeiten geworden. Ich habe definitiv viel über die Natur gelernt und darüber, dass die Auswirkungen des Klimawandels im globalen Süden wesentlich deutlicher zu spüren sind als hier bei uns in Deutschland. Vielleicht haben die Menschen vor Ort genau deshalb eine ganz andere Verbundenheit zur Natur, die ich irgendwie als sehr beneidenswert wahrgenommen habe. Zukünftig würde ich gerne weiterhin mit Fundación Maikuchiga zusammenarbeiten, um ihnen beispielsweise mit Übersetzungen zu helfen, damit auch englischsprachige Touristen die Informationstafeln und Besucherhinweise verstehen können. Ich würde mich immer wieder für das Projekt entscheiden und kann das ASA-Programm nur weiterempfehlen.

Die Gründer der Kaffee-Kooperative gemeinsam mit der Gründerin von “Angelique’s Finest“.

Lara verbringt ihre Pause mit Kolleg*innen im Wald; Natureindrücke von ihrem Aufenthalt in Kolumbien.