ASA ist ein Programm von Engagement Global

Verbinden statt TrennenFrieden schaffen durch Workshops und Kulturcafés

Angekommen in Amman – Mein Start ins Projekt

Schon in den ersten Tagen in Jordanien wurde mir klar, wie vielschichtig der Alltag vor Ort ist. Besonders in der Hauptstadt Amman treffen viele Realitäten aufeinander: Die Stadt nimmt eine große Zahl an geflüchteten Personen auf, gleichzeitig prägen Wasserknappheit und eine angespannte wirtschaftliche Lage den Alltag – nicht zuletzt spürbar durch rückläufige Touristenzahlen..

Im Rahmen meiner Arbeit mit URI MENA konnte ich diese Dynamiken aus nächster Nähe erleben und aktiv an einem Projekt mitwirken, das genau hier ansetzt: Brücken zwischen unterschiedlichen Gemeinschaften zu bauen. Während meiner drei Monate vor Ort war ich in verschiedene Aufgaben eingebunden – von der Planung, Organisation und Durchführung von Workshops und Kulturcafés bis hin zur Umsetzung eigener kreativer Projekte. Außerdem habe ich visuell aufbereitete Materialien für die Organisation erstellt, insbesondere für ihre interreligiöse Dialog-Initiative.

Workshop zum Thema “Boost Your Imagination”.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist der EcoPeace-Workshop, der den Fokus auf Bewusstseinsbildung in den Bereichen Umweltschutz und Marketing legte. Hier arbeiteten die Teilnehmenden daran, eigene Marketingstrategien weiterzuentwickeln und gleichzeitig Wege zu finden, mehr Aufmerksamkeit für Umweltinitiativen zu schaffen. Ganz anders, aber ebenso spannend war ein Workshop zur Evaluation eines „Self-Care“-Trainings für Frauen in Jordanien. Dabei haben wir gemeinsam untersucht, welche Auswirkungen das Training auf das Leben der Teilnehmerinnen hatte und welche Veränderungen dadurch angestoßen wurden.

Meine Arbeit im Projekt: Storytelling mit „Hidden Voices“

Ein zentraler Bestandteil meines Praktikums war das Storytelling-Projekt „Hidden Voices: On the Strength and Resilience of Jordanian Women“. Die Initiative hatte das Ziel, die Stimmen von Frauen sichtbarer zu machen und ihren persönlichen Geschichten Raum zu geben. In Interviews dokumentierten wir ihre Erfahrungen und richteten den Blick besonders auf ihre Widerstandsfähigkeit sowie ihre aktive Rolle in ihren Gemeinschaften. Das Projekt verfolgte das Ziel, gängige Stereotype aufzubrechen und ein differenzierteres Verständnis für die Rolle von Frauen in der Gesellschaft in Jordanien zu schaffen. Für mich hat es sehr anschaulich gezeigt, welche Kraft im Geschichtenerzählen steckt – vor allem, wenn es darum geht, Empathie zu fördern und Bewusstsein für soziale Herausforderungen zu schaffen.

Durch das Hidden Voices-Projekt konnte ich aus erster Hand erfahren, wie wir soziale Veränderungen bewirken können, wenn Menschen ihre individuellen Geschichten teilen und dadurch marginalisierte Stimmen sichtbar werden. Meine Erfahrung in Jordanien hat mir gezeigt, wie Narrative unser Verständnis von Kultur, Identität und Widerstand prägen. Corinna Lindner

Nach dem Projekt ist vor dem Projekt

Während meiner Zeit in Jordanien konnte ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Durch den Austausch mit unterschiedlichen Gruppen habe ich meine interkulturellen Kompetenzen weiterentwickelt und gelernt, sensibel mit unterschiedlichen Perspektiven umzugehen. Dabei wurde mir auch bewusst, wie wichtig es ist, den eigenen Kommunikationsstil flexibel an das jeweilige Umfeld anzupassen.  Die Zusammenarbeit mit einem breiten Netzwerk an Akteur*innen hat mir außerdem gezeigt, welche zentrale Rolle Partnerschaften für erfolgreiche Projektarbeit spielen. Gleichzeitig konnte ich mein psychologisches Fachwissen gezielt in meine Arbeit bei URI MENA einbringen und theoretische Inhalte in der Praxis anwenden.

Direkt im Anschluss an mein Praktikum ergab sich für mich die Möglichkeit, in Jordanien zu bleiben und ein weiteres Praktikum zu beginnen. Ohne die Beziehungen, die ich während meiner ASA-Zeit im Land aufgebaut habe, wäre dies nicht möglich gewesen. Mein neues Praktikum führt mich zu der NGO EcoPeace Middle East, die in den Bereichen Peacebuilding und Nachhaltigkeit arbeitet. Dort habe ich die Möglichkeit, in Aqaba tätig zu sein.

Ich freue mich darauf, solche Initiativen weiterhin zu unterstützen und mitzuhelfen, Beziehungen zwischen Deutschland und Jordanien zu erweitern und zu stärken. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland möchte ich weiterhin im Bereich der Community-Building-Workshops arbeiten. Vor allem mit dem Fokus auf der Integration marginalisierter Gruppen.