Vom Hörsaal in die Mangrovenwälder
Schon während meines Auslandssemesters in Kolumbien habe ich mich intensiver mit Mangroven beschäftigt und ihre Bedeutung für Mensch und Umwelt kennengelernt. Diese wertvollen Ökosysteme speichern ein Vielfaches an Kohlenstoff und schützen als natürliche Barrieren Küstenregionen vor Flutwellen und Wirbelstürmen.
Da Honduras zu den Ländern gehört, die besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind, kommt Mangrovenwäldern dort eine zentrale Bedeutung zu. Zu ihrem Schutz beizutragen, war für mich eine besonders spannende und wichtige Erfahrung.
Lernen, Anpacken, Mitgestalten – mein Projektalltag
Im ersten Monat nahmen wir an zahlreichen Exkursionen teil und lernten die verschiedenen Schutzgebiete und Projekte von CODDEFFAGOLF kennen. Auch wenn wir nur etwa zehn Minuten zu Fuß vom Büro zum Projektgebiet brauchten, lagen viele Einsatzorte mehrere Stunden entfernt und waren teilweise nur mit dem Boot erreichbar.
Ein wichtiger Teil unserer Arbeit war das Wasserqualitätsmonitoring. Die Wasserverschmutzung entsteht vor allem durch intensive Garnelen-Aquakultur sowie durch verschmutztes Wasser, das über Flüsse ins Meer gelangt. Um die Wasserqualität besser überwachen zu können, arbeiteten wir eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen. Dadurch erhalten die Gemeinden Einblicke in die Projektarbeit und können selbst Veränderungen beobachten – etwa bei Wasserqualität oder Fischbeständen – und diese weitergeben. Außerdem lernten wir die Projekte zur Wiederaufforstung der Mangrovenwälder und der Herstellung künstlicher Riffe kennen. Bei der Aufforstung zogen lokale Arbeiter*innen Setzlinge in Baumschulen oder sammelten Samen und pflanzten sie direkt in den Boden. Meine Aufgabe bestand darin, den Erfolg der Maßnahmen zu messen und die Daten auszuwerten.