Lesotho – los geht’s
Auf das ASA-Programm bin ich eher zufällig über Social Media gestoßen. Durch mein Wirtschaftsstudium war für mich schnell klar: Ich will ein Projekt mit wirtschaftlichem Fokus machen – und genau das habe ich in Lesotho gefunden.
Los ging es erstmal in Deutschland mit einem fünftägigen Online-Seminar und einem Präsenzseminar im Juni bei Göttingen. Besonders in Erinnerung geblieben, sind mir dabei die Begegnungen mit anderen Teilnehmenden. Unterschiedliche Hintergründe, viele Gespräche, und dieses Gefühl, dass alle gerade am Anfang von etwas Neuem stehen.
Arbeiten an lokalen Wertschöpfungsketten
Vor Ort arbeitete ich mit der GIZ im Programm „Regional Value Chains Lesotho (RVCL+)“. Ziel war es, den Handel zwischen südafrikanischen Ländern und der Europäischen Union zu stärken.
In der täglichen Arbeit ging es viel um konkrete Unterstützung: Businesspläne, Beratung und einfache digitale Tools, die den Unternehmen helfen, besser zu planen und zu kalkulieren. Besonders spannend war ein Projekt rund um einen sogenannten Apparel Business Hub. Eine stillgelegte Textilfabrik wurde wieder nutzbar gemacht, sodass mehrere Unternehmen sie gemeinsam nutzen können. Das spart Ressourcen und bringt Unternehmen enger zusammen. Ein weiteres Highlight war die Organisation einer großen Modenschau, bei der lokale Unternehmen ihre Produkte präsentieren konnten.
Während meines Aufenthalts wurde deutlich, wie stark Lesothos Wirtschaft – und gerade die Textilindustrie – von globalen Entwicklungen beeinflusst wird. Ein ganz aktuelles Beispiel: Neue US-Zölle auf Textilimporte hatten direkte Auswirkungen auf die lokalen Unternehmen, mit denen wir gearbeitet haben. Solche Entwicklungen haben mir gezeigt, wie wichtig stabile Handelsbeziehungen sind – zum Beispiel mit der Europäischen Union, die für Lesotho zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Take Aways
Neben der eigentlichen Projektarbeit habe ich viele Einblicke in die Arbeit internationaler Entwicklungsorganisationen bekommen. Besonders bereichernd war die Zusammenarbeit in einem internationalen Team – unterschiedliche Perspektiven, verschiedene Arbeitsweisen, und ständig die Möglichkeit etwas dazuzulernen.
Wenn ich heute zurückblicke, war die Zeit für mich fachlich und persönlich unglaublich wertvoll. Ich habe nicht nur viel über wirtschaftliche Zusammenhänge gelernt, sondern auch darüber, wie eng global alles miteinander verknüpft ist.