ASA ist ein Programm von Engagement Global

Klimawandel begegnenKlimaresiliente Lösungen für urbane Räume

Vorbereitung und Einstieg

Durch mein Studium im Bereich der nachhaltigen Entwicklung interessiere ich mich besonders für die Schnittstelle von Klimaresilienz, Infrastrukturplanung und sozialer Inklusion. Dabei hat mich immer wieder eine Frage begleitet: Wie lassen sich technische Lösungen so gestalten, dass sie zu den sozialen und institutionellen Realitäten vor Ort passen? Mit dem ASA-Programm wollte ich genau dieses Zusammenspiel besser verstehen.

In meinem Projekt bei BORDA Kambodscha ging es vor allem um naturbasierte Lösungen für das urbane Regenwassermanagement – konkret in Straßenräumen kleinerer und mittlerer Städte. Die Organisation ist im Bereich nachhaltiger urbaner Infrastruktur tätig und unterstützt Kommunen insbesondere in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) und Klimaanpassung. Dies wird durch Kapazitätsaufbau und praxisnahe Projekte erreicht.

Workshop fürs Team zu naturbasierten Ansätzen.

Schon vor der Ausreise stand ich im Austausch mit dem Team von BORDA Kambodscha. In digitalen Treffen stimmten wir Aufgaben, Erwartungen und Inhalte ab. Dieser Austausch hat meinen Einstieg in die Arbeit in Phnom Penh deutlich erleichtert.

Einblick vor Ort: Lernen im Dialog

Angekommen in Phnom Penh arbeitete ich drei Monate gemeinsam mit BORDA Kambodscha an einem Leitfaden für naturbasierte Lösungen im urbanen Regenwassermanagement.

Schnell wurde klar, wie präsent das Thema vor Ort ist: Viele Städte in Kambodscha sind während der Regenzeit regelmäßig von Überflutungen betroffen: Schnelles Wachstum, versiegelte Flächen und begrenzte Kapazitäten im Regenwassermanagement belasten die bestehenden Strukturen stark. Genau hier setzte meine Arbeit an. Im Fokus standen Straßenräume – Orte, die nicht nur den Verkehr prägen, sondern auch eine wichtige Rolle für die Entwässerung und das alltägliche Stadtleben spielen.

Franziska, Ramona, Richard (von links) Field Trip von BORDA in Projektstadt Kratié

Meine Aufgaben bestanden vor allem darin, internationale Ansätze zu analysieren und auf den lokalen Kontext zu übertragen. Dabei wurde deutlich: Viele Konzepte stammen aus dem Globalen Norden und lassen sich nicht eins zu eins übertragen. Unterschiede in Klima, Infrastruktur und institutionellen Kapazitäten erfordern angepasste Lösungen. Neben der Recherche nahm ich an Workshops, Feldbesuchen und Gesprächen mit lokalen Akteur*innen teil. Diese Einblicke waren entscheidend, um praxisnahe und umsetzbare Empfehlungen zu entwickeln.

Ein besonderer Moment war für mich die Planung und Durchführung eines Workshops mit lokalen Ingenieur*innen. Der Austausch hat gezeigt, wie groß das Interesse an naturbasierten Ansätzen ist – und gleichzeitig, wie wichtig konkrete, praxisnahe Beispiele sind.

Besonders prägend war für mich die Erkenntnis, wie wichtig Zusammenarbeit, lokales Wissen und institutionelle Rahmenbedingungen für nachhaltige Lösungen sind. Ramona Schulz

Was bleibt…

Die drei Monate in Phnom Penh haben mir gezeigt, wie komplex die Umsetzung klimaresilienter Infrastruktur in der Praxis ist. Ich habe gelernt, zwischen Forschung, Planung und konkreter Umsetzung zu vermitteln und dabei auch komplexe Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen verständlich aufzubereiten.

Das ASA-Programm hat mich dabei von Anfang bis Ende begleitet. Die Vorbereitung, die Projektarbeit vor Ort und die Reflexionsphasen haben mir geholfen, globale Herausforderungen aus einer lokalen Perspektive zu verstehen und kritisch einzuordnen. Genau diese Verbindung macht das Programm für mich so wertvoll. Nach meiner Teilnahme steht für mich fest: Ich möchte mich auch weiter mit klimaresilienter und inklusiver Infrastruktur beschäftigen.

Ramona Schulz mit ihrer Tandempartnerin Franziska Abt; beide tragen einen Krama - kambodschanische Schals.