Einblick vor Ort: Lernen im Dialog
Angekommen in Phnom Penh arbeitete ich drei Monate gemeinsam mit BORDA Kambodscha an einem Leitfaden für naturbasierte Lösungen im urbanen Regenwassermanagement.
Schnell wurde klar, wie präsent das Thema vor Ort ist: Viele Städte in Kambodscha sind während der Regenzeit regelmäßig von Überflutungen betroffen: Schnelles Wachstum, versiegelte Flächen und begrenzte Kapazitäten im Regenwassermanagement belasten die bestehenden Strukturen stark. Genau hier setzte meine Arbeit an. Im Fokus standen Straßenräume – Orte, die nicht nur den Verkehr prägen, sondern auch eine wichtige Rolle für die Entwässerung und das alltägliche Stadtleben spielen.
Meine Aufgaben bestanden vor allem darin, internationale Ansätze zu analysieren und auf den lokalen Kontext zu übertragen. Dabei wurde deutlich: Viele Konzepte stammen aus dem Globalen Norden und lassen sich nicht eins zu eins übertragen. Unterschiede in Klima, Infrastruktur und institutionellen Kapazitäten erfordern angepasste Lösungen. Neben der Recherche nahm ich an Workshops, Feldbesuchen und Gesprächen mit lokalen Akteur*innen teil. Diese Einblicke waren entscheidend, um praxisnahe und umsetzbare Empfehlungen zu entwickeln.
Ein besonderer Moment war für mich die Planung und Durchführung eines Workshops mit lokalen Ingenieur*innen. Der Austausch hat gezeigt, wie groß das Interesse an naturbasierten Ansätzen ist – und gleichzeitig, wie wichtig konkrete, praxisnahe Beispiele sind.