ASA ist ein Programm von Engagement Global

Von der Bohne bis in die TasseCharlotte hat bei einer Kaffeekooperative in Ruanda gearbeitet

Vor der Ausreise nach Ruanda – meine Zeit in Berlin

Als ich auf der ASA-Website die Projektbeschreibung las – social entrepreneurship, female empowerment, faire Lieferketten und ein Genussprodukt wie Kaffee – wusste ich sofort, dass ich mich für das Projekt bewerben musste.

Nachdem ich für dieses Projekt angenommen wurde, ging es für mich nach Berlin zur Kaffee-Kooperative. Hier konnte ich die Organisation vor allem in den Bereichen Vertrieb und Marketing unterstützen und mich auch schon inhaltlich auf meine Auslandsphase in Ruanda vorbereiten.

Ich erstellte Posts für unseren Instagram und Facebook Kanal, konzeptionierte Aktionen und Kampagnen, schrieb Pitches für Podcasts, Beiträge für den Blog und Pressemitteilungen und designte Infografiken und Präsentationen.

Ich habe viel über den Unterschied zwischen Realität und vermeintlicher Realität im Marketing gelernt. Charlotte Lonitz

Mein Projektalltag in Kigali

Die Rwanda Small Holder Specialty Coffee Company (kurz: RWASHOSCCO) ist in seiner Art einzigartig in Ruanda: Es ist der erste und einzige ruandische Kaffeeröster und -exporteur, der sich zu 100 Prozent im Besitz von Bäuerinnen und Bauern befindet. Vor Ort besuchte ich drei der Partnerkooperativen, die Rösterei in Kigali und das National Agriculture Export Board. Dort sammelte ich Fotos und Videomaterial und führte Interviews.

Ich wollte mehr über die Funktionsweise der Kooperativen und das Kaffeegeschäft in Ruanda erfahren. Außerdem interessierte mich, wie die Produzent*innen arbeiten und leben, welchen Zugang sie zum Weltmarkt haben und welchen Einfluss die Marke ‚Angelique’s Finest‘ – ein ausschließlich von Frauen hergestellter Kaffee – auf das Leben der Frauen nimmt.

Mein Herzensprojekt war allerdings die Crowdfunding-Kampagne zu dem Fotografieband „Strong women behind strong coffee“ von Denyse Uwera. Dieser Bildband erzählt die Geschichten der Frauen hinter „Angelique´s Finest“. Das Buch wurde schließlich durch einen lokalen Verlag veröffentlicht.

Charlotte und die Fotografin Denyse K. Uwera stellen die Crowdfunding-Kampagne ‚Strong women behind a strong coffee‘ vor.

Zurück in Deutschland – Was bleibt?

Kaffee hat einen langen Weg hinter sich bis er bei uns in der Tasse landet: Er wird mit Liebe angebaut und gepflegt, per Hand geerntet, meist zu Fuß transportiert, geschält, gewaschen, getrocknet, bis zu achtmal sortiert, geröstet, gemahlen und schließlich zubereitet. Doch nicht alle der hunderte von Händen, durch die er geht, bekommen ihren angemessenen Anteil.

Es wurde mir deutlich bewusst, welche Hürden die Arbeit zwischen Partner*innen in Süd-Nord-Kooperationen durch die große Distanz mit sich bringen kann. Obwohl wir stets darum bemüht waren, uns als Partner*innen auf Augenhöhe zu begegnen und die eigenen Rollen kritisch zu reflektieren, kamen Fragen zum Umgang mit kolonialen Kontinuitäten immer wieder auf.

Mein Fazit: Ich bin der festen Überzeugung, dass eine Teilnahme am ASA-Programm bei Kaffee-Kooperative und RWASHOSCCO für alle, die Einblicke in die Bereiche Social Entrepreneurship, internationale Zusammenarbeit, globale Handelszusammenhänge, faire Lieferketten und Landwirtschaft sowie ökonomische Förderung von Frauen bekommen möchten, eine bereichernde Lern- und Lebenserfahrung ist.

Ich nehme für mich viele neue Impulse mit und werde mein neues Wissen zur Kaffeeproduktion und den Arbeitsbedingungen der Produzierenden teilen, um bei uns das Bewusstsein zu fairem Handel und die Bedeutung des eigenen Konsums zu schärfen. Charlotte Lonitz

Ein Mann und zwei Frauen stehen nebeneinander und unterhalten sich im Gehen.
Ein Mann und drei Frauen stehen vor einem Computerbildschirm und interagieren.
Die Gründer der Kaffee-Kooperative gemeinsam mit der Gründerin von “Angelique’s Finest“.
Zwei Frauen sitzen nebeneinander, eine von ihnen hält einen Strauch in der Hand

Die Gründer der Kaffee-Kooperative gemeinsam mit der Gründerin von “Angelique’s Finest”; Charlotte bei ihrer Arbeit in Ruanda und im Austausch mit Kolleg*innen und einer Bäuerin.