„Das wurde ich oft gefragt in letzter Zeit, von Kommilitonen, Freunden, Verwandten und natürlich auch von Dossenheimern selbst. Um diese Frage zu beantworten, muss ich ein wenig ausschweifen. Ich habe nämlich das große Glück ab Oktober an einem dreimonatigen ASA-Kommunal-Projekt in Lesotho teilnehmen zu dürfen.
ASA ist ein entwicklungspolitisches Lern- und Qualifizierungsprogramm, das sich aus einem Auslandsaufenthalt und mehreren vor- und nachbereitenden Seminaren zusammensetzt. Die Verbindung zu den Basotho ist einer Gruppe engagierter Dossenheimer zu verdanken: dem Freundeskreis Mokhotlong und insbesondere Frau Lee-Schumacher, die einige Jahre selbst in Lesotho gelebt hat.
In dem ASA-Kommunal-Projekt soll es um die Verbesserung ländlicher Bewässerungssysteme gehen.
Mit mir zusammen wird auch Johannes Schwab dorthin reisen. Wir studieren beide Umweltingenieurwesen im Master, Johannes in Darmstadt und ich in Berlin. Er kommt aus Dossenheim, ich nicht. Der Freundeskreis ist natürlich daran interessiert, die Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden weiter auszubauen und zu pflegen. Dass Johannes und ich einen Teil dazu beitragen sollen, versteht sich von selbst. Nun kannte ich Dossenheim bedauerlicherweise noch nicht und fuhr deshalb hin. Ich muss sagen: Es gefällt mir richtig gut!
Bürgermeister Hans Lorenz stellte ein Programm für die Woche zusammen. Am Montag schloss ich mich einer Gruppe aus Ungarn an, zu der in Dossenheim ebenfalls eine gute Freundschaft mit gegenseitigen Besuchen besteht. So kam es, dass ich dem letzten Schuhmacher der Gemeinde und dem Komponisten Dietrich Lohff im Hanna und Simeon Heim begegnete. Außerdem bekam ich einige Kinderbetreuungseinrichtungen zu sehen. Dass in Dossenheim bald 75 Prozent der Ein- bis Dreijährigen einen Krippenplatz haben werden, überraschte mich schon ein wenig.